Todesschwadron „Dolch-Team“ aktiviert

Der türkische Staat hat erneut die vor allem aus den 1990er Jahren berüchtigte Todesschwadron „Dolch-Team“ aktiviert und setzt sie im Tunnelkrieg in den Medya-Verteidigungsgebieten ein.

Der türkische Staat baute in den 1990er Jahren mit dem Geheimdienst JITEM unzählige Todesschwadronen auf. In der nordkurdischen Region Botan war vor allem das sogenannte „Dolch-Team“ (Hançer Timi) aktiv. Es verübte unzählige Entführungen, ließ Menschen „verschwinden“, foltern, vergewaltigen und beging viele weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Nun wurde diese Einheit offenbar reaktiviert und in den südkurdischen Medya-Verteidigungsgebieten Zap, Metîna und Avaşîn eingesetzt.

Zentrum des Hançer-Teams ist Botan

Da die mit dem türkischen Faschismus kollaborierende Partei PDK und die Erdogan-Regierung feststecken, wurde das „Dolch-Team“ aktiviert und wird nun bei der türkischen Militäroperation in Südkurdistan eingesetzt. In den 1990er Jahren wurde das „Dolch-Team“ von Hazım Babat aus Sêgorke (tr. Şenoba) in der nordkurdischen Provinz Şirnex angeführt. Auch heute steht seine Familie an der Spitze der Todesschwadron. Das „Dolch-Team“ war bisher vor allem in der Region Qilaban (Uludere) aktiv und wurde zwanzig Jahre lang bis 2017 vom Dorschützerchef Mehmet Paksoy angeführt. Paksoy ist verantwortlich für unzählige Morde, unter anderem den Foltermord an den zwei DTP-Mitgliedern Necman Ölmez (35) und Ferhat Ediş (35) im Jahr 2010. Die Leichen der beiden Oppositionellen wurden in einer Schlucht neben einem Militärstützpunkt mit zerschlagenen Schädeln und Einschusswunden gefunden. Paksoy wurde 2017 bei einer Vergeltungsaktion der Guerilla getötet.

Die Familie Babat an der Spitze der Todesschwadron

Für Jahre befand sich der Bruder des langjährigen „Dolch-Team“-Anführers Hazım Babat, Alihan Babat, an der Spitze der Todesschwadron. Als der Dorfschützerführer auf der Liste der AKP zum Bürgermeister von Sêgorkê „gewählt“ wurde, gab er seine Position in der Führung des Teams an seinen Bruder Zübeyir Babat ab. Nach der Tötung Paksoys stieg Zübeyir Babat sogar an die Spitze der Killereinheit auf. Sein Sohn Mesut Babat wurde zum Anführer der Dorfschützer in der Region. Heute agiert das „Dolch-Team“ immer noch unter der Führung von Zübeyir Babat. Es heißt aber, dass dieser nur ein Repräsentant von Hazım Babat sei. Unter dieser Führung führt das Team einerseits Baumfällaktionen in den Gebiete Cûdî, Gabar und Besta durch. Dadurch sollen der Guerilla Rückzugsräume genommen werden. Gleichzeitig wird sich am Verkauf des Holzes bereichert. Andererseits nimmt die Schwadron auch an der grenzüberschreitenden Operation der türkischen Armee teil.

Einsatz im Tunnelkrieg

Babat hat selbst eine Einheit aus 16 Personen zusammengestellt, die in gepanzerten Fahrzeugen unterwegs ist oder mit Hubschraubern transportiert wird. Die Einheit wird in verschiedenen Gebieten abgesetzt, um in die Tunnel der Guerilla vorzudringen. Auf diese Weise versucht die türkische Armee, eigene Verluste zu vermeiden.