Kurdische Produktionsfirmen werden seit zwei Wochen durchsucht

Die Produktionsfirmen Piya und Ari in Amed werden seit zwei Wochen von der Polizei belagert, offenbar dauert die Durchsuchung weiter an. Die Staatsanwaltschaft macht keine Angaben zu dem Grund der Maßnahme.

Im Zuge des von der Generalstaatsanwaltschaft Diyarbakir (ku. Amed) geführten „Ermittlungsverfahrens“ gegen zwanzig Journalist:innen und zwei weitere Personen wurden am 8. Juni sechs Medieneinrichtungen durchsucht, darunter zwei Nachrichtenagenturen (MA und JinNews) und eine kurdischsprachige Zeitung (Xwebûn). Auch die Produktionsfirmen Piya, Ari und Pel wurden ins Visier genommen. Das Medienmaterial in diesen Einrichtungen wurde von der Polizei beschlagnahmt, die eingezogenen Kameras wurden in der polizeilichen Antiterrorabteilung als Beweismittel für die Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation präsentiert.

Die Durchsuchung der Filmproduktionsfirma Pel ist mittlerweile beendet. Das vierstöckige Gebäude, in dem Piya und Ari ihren Sitz haben, wird hingegen seit zwei Wochen von der Polizei belagert. Offenbar werden die Räumlichkeiten immer noch durchsucht. Wie der Rechtsbeistand der Produktionsfirmen mitteilt, macht die Staatsanwaltschaft keine Angaben zu den Gründen für die Maßnahme.
Die 16 verhafteten Journalist:innen befinden sich seit einer Woche im T-Typ-Gefängnis Diyarbakir. Bei den am 15. Juni wegen vermeintlicher Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation Verhafteten handelt es sich um die Direktorin der Frauennachrichtenagentur JinNews, Safiye Alagaş, den Ko-Vorsitzenden des Journalistenvereins Dicle-Firat (DFG), Serdar Altan, den Redakteur der Nachrichtenagentur MA, Aziz Oruç, Xwebûn-Redakteur Mehmet Ali Ertaş sowie um Zeynel Abidin Bulut, Ömer Çelik, Mazlum Doğan Güler, Ibrahim Koyuncu, Neşe Toprak, Elif Üngür, Abdurrahman Öncü, Suat Doğuhan, Remziye Temel, Ramazan Geciken, Lezgin Akdeniz und Mehmet Şahin. Die JinNews-Redakteurin Gülşen Koçuk sowie Esmer Tunç, Mehmet Yalçın, Kadir Bayram, Feynaz Koçuk und Ihsan Ergülen wurden unter Meldeauflagen entlassen.