Internationalistische Kämpfer:innen: Lasst Rojava nicht allein!

Kämpfer:innen von YPG/YPJ-International rufen alle Menschen, die für Freiheit und Emanzipation eintreten, Rojava zu verteidigen und erklären: „Was auch immer der Preis sein mag, wir werden die Revolution im internationalistischen Geist verteidigen.“

Der türkische Staat greift seit zwei Tagen Rojava massiv mit Luftangriffen an. Nach bisherigen Angaben sind in Syrien 13 Zivilist:innen, unter ihnen ein Journalist, sowie sechs Kämpfer:innen der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) und der „Befreiungskräfte Efrîns“ (HRE) getötet worden. Außerdem starben mehrere Soldaten des Regimes in Damaskus. Kämpfer:innen von YPG/YPJ-International gaben nun eine Erklärung ab.

Darin heißt es: „In der Nacht zum Sonntag hat der faschistische türkische Staat schwere Luftangriffe auf Nord- und Ostsyrien geflogen und die historische Stadt Kobanê sowie Gebiete wie Şehba, Dêrik und Zirgan bombardiert. Diese Angriffe stellen eine klare Eskalation der Invasionsangriffe auf die Region dar. Die Wahl der Ziele offenbart die niederträchtigen Absichten dahinter. Die türkische Armee hat Kobanê, den historischen Ort des Widerstands von Rojava gegen den IS, sowie Dörfer, in denen Tausende von Binnenflüchtlingen aus dem von der Türkei besetzten Efrîn untergebracht sind, angegriffen.

Ein Angriff auf das Herz der Revolution“

Mit dem Angriff auf Kobanê greift die Türkei das stärkste Symbol dieser Revolution an, das Symbol des Sieges des Volkes, den es allen Widerständen zum Trotz gewonnen hat. Ein Angriff auf Kobanê bedeutet einen Angriff auf das Herz und die Seele dieser Revolution. Die neue Operation wurde unter dem Titel ‚Zeit der Rache‘ angekündigt und wird als Vergeltung für den jüngsten Bombenanschlag in Istanbul dargestellt. Dieser Anschlag wurde fälschlicher- und bequemerweise der kurdischen Freiheitsbewegung zugeschrieben. Tatsächlich deutet sich aufgrund der Beweise an, dass der türkische Staat selbst in den Anschlag involviert war oder zumindest davon wusste.“

Wir werden die Revolution um jeden Preis verteidigen“

Die Kämpfer:innen unterstreichen, dass solche Angriffe nicht ohne die Zustimmung der USA und Russlands möglich seien, da diese Mächte den Luftraum über Nord- und Ostsyrien kontrollieren. Dazu heißt es: „Die Vereinigten Staaten zeigen einmal mehr, dass sie in Syrien nur ihre eigenen Interessen verfolgen. Präsident Biden will sich zwar von Trumps Truppenabzug im Jahr 2019 distanzieren, doch seine passive Billigung der türkischen Aggression macht ihn und die USA für die Gewalt verantwortlich. Die absehbaren Folgen der türkischen Invasion sind ein Geschenk an den IS und werden unweigerlich dazu führen, dass Ressourcen von der Terrorismusbekämpfung abgezogen werden müssen, um die Nordgrenze gegen die Türkei zu verteidigen.

Rojava darf nicht allein bleiben“

Während die Ukraine weiterhin Aufmerksamkeit, Sympathie und Unterstützung aus der ganzen Welt erhält, schweigt die Welt, während das NATO-Mitglied Türkei ihren eigenen Angriffskrieg gegen die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien und ganz Kurdistan führt. Diese Heuchelei entgeht uns nicht. Das werden wir nicht vergessen. Rojava darf nicht allein bleiben. Wir rufen alle, denen Demokratie, Gleichberechtigung und die Befreiung der Frauen am Herzen liegen, dazu auf, die Geschehnisse in Rojava ans Licht zu bringen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Regierungen der Welt für ihre Mitschuld an den Verbrechen der Türkei zur Verantwortung zu ziehen.

Werden die Revolution um jeden Preis verteidigen“

Heute ist Rojava die globale Front gegen den Faschismus, dort stehen sich die Paradigmen der Herrschaft und der Freiheit in einem Kampf um die Zukunft der Menschheit gegenüber. Wir, die wir als Internationalist:innen vor Ort sind, werden alles Notwendige tun, um die Front zu schützen. Im Geiste des Internationalismus werden wir die Revolution um jeden Preis verteidigen.“