Kurdinnen fordern Untersuchung von Chemiewaffeneinsatz

Kurdische Aktivistinnen haben vor dem Europarat und vor dem französischen Parlament eine Untersuchung der türkischen Chemiewaffeneinsätze in Kurdistan gefordert.

Aktivistinnen der kurdischen Frauenbewegung haben vor dem Europarat in Straßburg und vor dem französischen Parlament in Paris eine Untersuchung der türkischen Chemiewaffeneinsätze in Kurdistan gefordert.

Der Europarat wurde aufgefordert, eine Delegation ins Kriegsgebiet in Südkurdistan zu entsenden, um die Berichte über den Einsatz verbotener Kampfmittel durch die türkische Armee zu untersuchen. Die Aktivistinnen wollten ein vom Nationalkongress Kurdistan (KNK) erstelltes Informationsdossier zum Thema übergeben, wurden jedoch am Eingang des Gebäudes zurückgewiesen und aufgefordert, ihr Anliegen schriftlich einzureichen. Die Frauen erklärten daraufhin, dass sie ihre Aktion fortsetzen, bis das Dossier angenommen wird.

Protest in Paris gegen türkische Kriegsverbrechen

In Paris kamen Aktivist:innen der Kurdischen Frauenbewegung in Frankreich (TJK-F) vor dem Parlament zusammen, um gegen die türkischen Kriegsverbrechen zu protestieren. Die Frauen bezeichneten den türkischen Staatschef Erdogan als „größtes Hindernis für den Frieden im Nahen Osten“ und forderten die französische Regierung auf, sich von dem „Terrorunterstützer“ zu distanzieren. Der Einsatz von chemischen Waffen durch die türkische Armee sei hinreichend belegt und Frankreich müsse sich dazu verhalten, erklärte eine Sprecherin.

Die Aktion der kurdischen Aktivistinnen wurde von der LFI-Abgeordneten Danielle Simonet unterstützt. Die Politikerin hielt eine kurze Ansprache, in der sie den Frauen ihre Solidarität zusicherte. Der Gebrauch von Chemiewaffen sei ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Frankreich müsse sich bei der UNO für eine unabhängige Untersuchung der Vorwürfe einsetzen, erklärte Simonet und fügte hinzu, dass die PKK keine terroristische Organisation ist, sondern Widerstand leistet.