Türkischer Drohnenangriff auf Til Temir

Bei einem türkischen Drohnenangriff auf ein Dorf im nordostsyrischen Til Temir ist eine Person verletzt worden.

Im Nordosten von Syrien ist eine Person am Montag bei einem Drohnenangriff verletzt worden. Die Killerdrohne des Nato-Staates Türkei zielte auf die Ortschaft Tall al-Lubn (auch Tall al-Laban), wie lokale Quellen gegenüber ANF mitteilten. Das Dorf befindet sich rund siebzehn Kilometer südwestlich der Kleinstadt Til Temir, die im christlich besiedelten Chabur-Tal liegt.

Angaben über die Identität des Opfers sowie zur Schwere der Verletzungen lagen zunächst nicht vor. Früher am Tag war bereits am Himmel über der Stadt Tel Rifat im Kanton Şehba mutmaßlich türkische Drohnenaktivitäten beobachtet worden. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Hawarnews (ANHA) konnte die Maschine mit seiner Kamera einfangen.


Türkische Killerdrohnen fliegen immer wieder Angriffe auf die selbstverwalteten Gebiete in Nord- und Ostsyrien und terrorisieren durch die permanente Lebensbedrohung die Bevölkerung. Am 9. Juni waren in Qamişlo fünf Menschen verletzt worden, als ein türkischer Kampfbomber ein Gebäude der Gesellschaftlichen Verteidigungskräfte (HPC) im Meyselon-Viertel bombardierte. Auch in der Kurdistan-Region Irak (Südkurdistan) kommt es häufig zu gezielten Drohnenangriffen der Türkei. Erst am 17. Juni war Ferhad Şiblî, stellvertretender Vorsitzender des Exekutivrats der Autonomieverwaltung von Nord- und Ostsyrien, zusammen mit drei weiteren Personen bei einem türkischen Drohnenangriff im Distrikt Kelar ums Leben gekommen. Vergangenen Donnerstag erlag dann auch der ezidische Aktivist Ibrahim Derwêş Evdî seinen Verletzungen, die er bei dem Drohnenangriff auf die Şengal-Region vom 15. Juni erlitten hatte. Bei dem Anschlag war auch ein zwölfjähriges Kind getötet worden.