Zwangsverwalter fürchtet Tunnelbau

Der von Ankara eingesetzte Treuhänder der Stadtverwaltung von Amed lässt die gegenüber liegenden Geschäfte ständig durchsuchen, weil er einen Tunnelbau fürchtet.

Mindestens zwei Mal monatlich lässt der Treuhänder der Stadtverwaltung von Amed (Diyarbakır) die gegenüber liegenden Geschäfte und die Keller von Wohnhäusern nach Spuren eines möglichen Tunnelbaus von der Polizei durchsuchen. Die Geschäftsinhaber stören die ständigen Durchsuchungen sehr. Sie beklagen, dass deswegen die Kundschaft ausbleibt.

Ausbleibende Kundschaft

Einer der Gewerbetreibenden, der aus Sicherheitsgründen anonym bleiben möchte, erklärte zu dem Vorgehen: „Diese Durchsuchungen finden mehrmals im Monat statt. Wenn gerade Kunden im Laden sind, fühlen sie sich ebenso gestört wie wir auch. Mehrmals mussten wir uns anhören, dass sie niemals wieder kommen wollen. Eigentlich müssten die Durchsuchungen auf einer juristischen Grundlage stattfinden, aber eine solche gibt es nicht. Die Polizisten betreten einfach den Laden, begutachten alles und gehen wieder. Das ist zur Routine geworden und sorgt natürlich für Anspannung.“

Zusätzlich zur Wirtschaftskrise

Ein anderer Ladeninhaber bezeichnet das polizeiliche Vorgehen als betriebsschädlich: „Wir tragen Verantwortung für uns selbst und ebenso für die Kundschaft. Niemand hat das Recht, andere zu stören. Ich hätte es nachvollziehen können, wenn das Geschäft ein oder zwei Mal durchsucht worden wäre. Wenn es jedoch ständig stattfindet, bekommt die Angelegenheit eine andere Dimension. Es ist geschäftsschädigend und ich versuche mit dieser Arbeit, meinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aufgrund der Wirtschaftskrise läuft das Geschäft ohnehin nicht gut, jetzt müssen wir uns auch noch mit den Durchsuchungen herumschlagen.“