Premiere des Wimmelbilds „Die unendliche Geschichte“

Widerstandsgeschichte in Bildern: Die Initiative Geschichte & Widerstand hat in Aachen das Wimmelbild „Die unendliche Geschichte“ mit über 200 Elementen über die hiesige Geschichte vorgestellt.

Schlaglichter aus verschiedenen Epochen geben Einblicke in die widerständige Geschichte und die Kämpfe der „einfach Leute“ aus über 2.000 Jahren. Im Fokus steht dabei die Geschichte des deutschsprachigen Raumes und deren internationalistische Bezüge in den Kämpfen durch die Jahrhunderte hinweg. Daneben wird die Entstehung des Patriarchats und damit einhergehend die Etablierung von Staat, Macht und Gewalt versucht nachzuzeichnen.

„Wir sind dabei zu verstehen, wie alles wofür und wogegen wir heute kämpfen aus der Geschichte entstanden ist. Um diese Geschichte zu erfahren und weitergeben zu können, haben wir sie in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Caroline Pochon verbildlicht. Wir wollen damit ins Gespräch kommen und gemeinsam die Erforschung unserer Widerstandsgeschichte verbreitern. Wir möchten erinnern und erfahrbar machen, wie lebendig die Kämpfe unserer Vorkämpfer:innen heute noch sind und auf welchem Erbe wir aufbauen“, so Fenna Joken von der Initiative Geschichte & Widerstand auf der Premiere am Samstag in Aachen.


Inspiriert von den Ideen Abdullah Öcalans

Auf dem Bild sind zwei Flüsse zu sehen, welche die Kontinuität der natürlichen Gesellschaft und die Entstehung des Patriarchats symbolisieren. Die Initiative bezieht sich dabei auf das Geschichtsverständnis der Freiheitsbewegung Kurdistans. Die Umsetzung des Wimmelbilds baut maßgeblich auf der Auseinandersetzung mit den Ideen des Vordenkers und Philosophen Abdullah Öcalans sowie der Methodologie der Jineolojî (die „Wissenschaft der Frauen“) auf.

„Alles Lebendige ist Werden und Vergehen. Nach dem Tag kommt die Nacht, nach dem Winter der Frühling. Alles bewegt sich in kreisenden Bahnen. Auch die Geschichte kann sich diesem ewigen Muster nicht entziehen und so wollen wir sie betrachten: als eine Spirale, in der sich Muster wiederholen, aber doch niemals genau die gleichen sind. Wir wollen die Ein-Mann-Geschichte der Herrschenden nicht länger erzählen. Wir wollen ihr unsere eigene, widerständige Geschichte entgegenhalten und sie zu einer Quelle unserer Kraft und Erkenntnis werden lassen. Wenn wir unsere Augen und Herzen öffnen, finden wir sie überall: in Liedern, Märchen und Geschichten, an widerständigen Orten und verwunschenen Plätzen. In den Gesellschaften, Lebensweisen und unserer Sozialisation. In unseren Tänzen und Bräuchen. Wir finden sie in unserer Sehnsucht nach dem guten Leben; denn sie ist der ewige Fluss, der das Leben hervorbringt.“

(Die unendliche Geschichte)


Entlang der Flüsse sind Elemente der Widerstandsgeschichte von Muttergöttinnen wie Kybele bis zur Reise für das Leben der Zapatista zu sehen. Aber auch die Geschichte der Unterdrückung und Gewalt ist entlang des patriarchalen Nebenflusses von den ersten Stadtstaaten wie Ur in Mesopotamien bis zum Tren Maya durch den mexikanischen Urwald, an dessen Bau die Deutsche Bahn maßgeblich beteiligt ist, wiederzufinden.

Neben dem Wimmelbild hat die Initiative Geschichte & Widerstand in den letzten Monaten an der Fertigstellung eines Liederbuches gearbeitet. Es ist, ebenso wie das Wimmelbild, Ergebnis der Diskussionen über andere Formen der Wissensvermittlung neben dem Schreiben von Texten. In dem Liederbuch sind Lieder aus über 700 Jahren zusammengestellt, eingeordnet und mit Elementen des Wimmelbilds untermalt.


Zur weiteren Einordnung des Wimmelbilds arbeitet die Initiative Geschichte & Widersand zurzeit an einer Begleitbroschüre. Wimmelbild und Liederbuch können über den Online-Verstand Black Mosquito in den nächsten Tagen bezogen werden.


Die ANF-Redaktion empfhielt an dieser Stelle: