Globaler Klimastreik: Grüße aus Rojava an FFF-Jugend

Die Klimagerechtigkeitsbewegung Fridays For Future ruft am kommenden Freitag unter dem Motto „Kein Grad weiter” zum 5. globalen Klimastreik auf. Die Ortsgruppe in Rojava teilt in einem Grußwort an FFF mit, sich mit verschiedenen Aktionen zu beteiligen.

Unter dem Motto „Kein Grad weiter” ruft Fridays For Future (FFF) am Freitag, 25. September, zum fünften globalen Klimastreik auf, um ein starkes Zeichen für Klimagerechtigkeit zu setzen. Die Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Die Klimagerechtigkeitsbewegung fordert deshalb eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird. Auch in Nord- und Ostsyrien wird es Aktionen und Demonstrationen rund um den Klimastreik geben. Das kündigt FFF-Rojava in einem Grußwort an die Klimabewegung an. Die Ortsgruppe ist auch Teil der Kampagne „Make Rojava Green Again“.

Sofort eine Lösung finden, oder es wird überhaupt keine Zukunft geben

„Als revolutionäre Ökolog*innen und Kämpfer*innen teilen wir die großen Sorgen von Friday For Future bezüglich der Klimakrise, wie sie in ihrem Aufruf zum Ausdruck kommen, und bekräftigen gemeinsam mit ihnen, dass die kommenden Monate und Jahre entscheidend sein werden, um eine Lösung zu finden, um die globale Zerstörung und Ausbeutung der Natur durch den Menschen zu beenden. Gerade weil wir im Nordosten Syriens ansässig sind – das angeblich einer der Orte ist, der in den nächsten Jahrzehnten am meisten unter dem Klimawandel leiden wird – erleben und verstehen wir die Dringlichkeit der Situation: Wir müssen jetzt handeln!

Lösung wird von Menschen kommen, nicht von Staaten oder Wirtschaftsmächten

Die Vergangenheit und die jüngere Geschichte haben mehr als genug gezeigt, dass große Unternehmen oder Staaten nicht in der Lage sind, echte Maßnahmen zur Eindämmung des Klimawandels zu ergreifen: Erstens, weil es ihren direkten Interessen zuwiderläuft und zweitens, weil sie in unserer globalisierten Welt, die von liberaler Wirtschaft regiert wird, deren Werkzeuge sind. Weil das kapitalistische System in der Tat auf der fortwährenden Schaffung und dem Konsum von Gütern beruht, um der Wirtschaft ein fortwährendes Wachstum zu ermöglichen und nicht in eine Krise zu geraten, benötigt es unendlich viele Ressourcen. Aber die Ressourcen der Natur sind per Definition begrenzt. Aufgrund dieser Realität bedeutet der Kapitalismus im Grunde genommen die Zerstörung und Ausbeutung der Natur bis zum Ende, bis zu unserem Ende. Deshalb kann eine wirkliche Lösung der Klimakrise nicht ohne eine drastische Veränderung unseres Sozial- und Wirtschaftssystems und ohne die Ablehnung des Kapitalismus als Ganzes gefunden werden!

Graswurzelbewegung der Jugend und Gesellschaft kann Antwort sein

Um die ökologische Krise anzugehen, müssen sich die Jugendlichen der Welt auf lokaler Ebene zusammenschließen, demokratisch und kreativ sein, um sich neue Lebensformen außerhalb des kapitalistischen Systems vorzustellen. Wir müssen uns alles neu vorstellen: unsere Wirtschaft, unsere Art zu reisen und uns zu bewegen, unsere Art zu konsumieren und zu produzieren usw. Was die Wirtschaft betrifft, so müssen wir auf die lokale Produktion und den lokalen Konsum der Güter drängen und sie so gestalten, dass wir die Kontrolle über sie zurückgewinnen. Um gegen Monopole zu kämpfen, können wir Genossenschaften gründen, um gemeinsam und besser zu produzieren. Die Nutzung der Ressourcen muss demokratisch und unter Berücksichtigung der ökologischen Auswirkungen unserer Aktivitäten diskutiert werden. Alles muss neu geschaffen werden.

Darüber hinaus muss eine ganz neue Mentalität entwickelt werden: eine Mentalität, die den Wiederaufbau einer starken Verbindung zwischen den Gemeinschaften und den Menschen sowie den Respekt vor der Natur voraussetzt. Gegen den Individualismus, den Konsumismus und den Wettbewerb, die der Kapitalismus befürwortet, müssen wir auf Solidarität und eine bessere Verteilung des Reichtums drängen und die sozialen Interaktionen zwischen den Menschen für wertvoller erachten als die Anhäufung materieller Güter. Aus diesem Grund ist die Organisation der Jugend und der Gesellschaft heute wichtiger denn je.

Zusammen ist nichts unmöglich

Organisieren wir Gemeinderäte, die außerhalb der staatlichen Systeme arbeiten, bauen wir Kooperativen auf, nehmen wir die Kontrolle über unsere lokale Wirtschaft zurück! Indem wir uns zusammenschließen und den Menschen die Macht zurückgeben, ist es uns möglich, die ökologische Krise lösen zu können. Alleine sind wir gar nichts, aber zusammen ist nichts unmöglich! Gehen wir auf die Straße und handeln wir am 25. September!“