„Sea-Eye 4” in Richtung Mittelmeer unterwegs

Das neue Seenotrettungsschiff „Sea-Eye 4“ hat am Samstag seinen Rostocker Werfthafen verlassen und ist zur Überfahrt ins Mittelmeer aufgebrochen.

Das neue Rettungsschiff „Sea-Eye 4“ hat am Samstag seinen Rostocker Werfthafen verlassen und ist zur Überfahrt ins Mittelmeer aufgebrochen. Sechs Monate lang wurde das Rettungsschiff von rund 250 ehrenamtlich Engagierten umgebaut und für den ersten Einsatz vorbereitet. Die Sea-Eye 4 ist das zweite Bündnisschiff, das maßgeblich durch das von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) initiierte zivile Seenotrettungsbündnis United4Rescue finanziert worden ist. Die Ankunft der Sea-Eye 4 in Spanien ist für Ende April geplant. Von dort aus werde sie dann so schnell wie möglich in den ersten Rettungseinsatz aufbrechen, teilt die Regensburger Seenotrettungsorganisation Sea-Eye e.V. mit.

Seit Jahresbeginn 406 Tote im Mittelmeer

„Seit vielen Jahren sterben Menschen im Mittelmeer. 2021 sind es bereits mindestens 406 Tote. Der Aufbruch der Sea-Eye 4 ist ein wichtiges Signal eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses an die EU-Mitgliedstaaten. Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen, um die Zahl der Asylanträge in Europa zu reduzieren und andere von der Flucht abzuschrecken, ist menschenverachtend. Diese verantwortungslose Politik findet in der Zivilgesellschaft keinen Rückhalt. United4Rescue mit 744 Bündnispartnern, die evangelische und katholische Kirche und tausende Spender*innen haben dies heute erneut deutlich gemacht“, sagte Gorden Isler, Vorsitzender von Sea-Eye.

Die Sea-Eye 4 auf dem Weg ins Mittelmeer | © Maik Lüdemann / Sea-Eye e.V.

Wir wollen dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen

„Die Sea-Eye 4 ist nicht nur ein weiteres Rettungsschiff, welches im Mittelmeer Menschen vor dem Ertrinken rettet. Sie ist auch ein Symbol dafür, dass wir als United4Rescue gemeinsam mit unseren vielen Bündnispartnern und Unterstützer:innen nicht nachlassen werden im Einsatz für Menschlichkeit. Wir wollen dem Sterben im Mittelmeer nicht tatenlos zusehen – deshalb sind wir sehr froh, mit der Sea-Eye 4 einem weiteren Schiff den Einsatz zu ermöglichen“, erklärte Thies Gundlach, Vorsitzender von United4Rescue.

Ausstattung und Bauweise der Sea-Eye 4

Das 1972 gebaute, ehemalige Offshore-Versorgungsschiff ist mit seinen 53 Metern das bisher größte Schiff, das Sea-Eye in den Rettungseinsatz entsendet. Es verfügt über zwei Kräne, die zwei Einsatzboote sicher und schnell zu Wasser lassen können. Die Bauweise sei sehr gut für Seenotrettungseinsätze geeignet und biete viel Platz für die Erstversorgung geretteter Menschen, so die Hilfsorganisation. Die Krankenstation verfüge über einen modernen Standard und sei darüber hinaus auch auf Corona-Infizierte vorbereitet. Ihre Einsätze wird die Sea-Eye 4 mit bis zu 26 Crewmitgliedern durchführen.