Südkurdistan: Weiterer Demonstrant bei Protesten getötet

Mit Miran Muhammad ist erneut ein Demonstrant von Sicherheitskräften in Südkurdistan erschossen worden. Der 21-Jährige aus Kifrî starb durch einen Kopfschuss, eine weitere Person wurde verletzt. Ein Wachmann des YNK-Asayîş wurde derweil verhaftet.

In Südkurdistan ist ein weiterer Demonstrant bei einem Protest gegen die politische Elite in Hewlêr von Sicherheitskräften der Autonomieregierung getötet worden. Der 21 Jahre alte Miran Muhammad starb am Donnerstag in der Stadt Kirfrî in der Germiyan-Region durch einen Kopfschuss. Ein weiterer Teilnehmer der Demonstration vor dem Sitz der Gorran-Bewegung wurde von einer Kugel verletzt, zitiert KirkukNow eine Quelle aus dem Krankenhaus in Kifrî.

Seit dem 6. Dezember sind die Proteste gegen ausbleibende Löhne der öffentlich Beschäftigten, grassierende Korruption, mangelnde staatliche Dienstleistungen vor allem in der Strom- und Wasserversorgung und die sehr hohe Arbeitslosigkeit eskaliert. In mehreren Städten wurden die Zentralen der Regierungsparteien PDK und YNK, der Gorran-Bewegung sowie Behörden angezündet. Die Sicherheitskräfte gehen mit großer Brutalität gegen die Demonstrierenden vor, seit dem 2. Dezember sind neun Menschen getötet worden. Dutzende weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Acht der Todesfälle sind auf den Einsatz von Schusswaffen durch die Sicherheitskräfte zurückzuführen, zwei der getöteten Demonstranten waren minderjährig.

Bei den Protesten am Mittwoch sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Ein junger Mann wurde erschossen, bei dem zweiten Todesopfer handelt es sich laut Zeugen um einen Mann im Alter zwischen 50 und 60 Jahren, der in Dukan von den Sicherheitskräften mit Schlagstöcken zu Tode geprügelt worden ist.

Ako Salman

Derweil hat ein Gericht in Kifrî die Verhaftung eines Wachmannes des Hauptquartiers der YNK angeordnet. Der Mann, der bereits festgesetzt wurde, werde verdächtigt, am vergangenen Montag den 20-jährigen Demonstranten Ako Salman vom Dach des YNK-Gebäudes erschossen zu haben. Die Familie des getöteten Aktivisten hatte Anzeige erstattet, nachdem der Wachmann von Zeugen namentlich benannt worden war.