Wohngebiete in Şehba und Efrîn unter Artilleriefeuer

In Wohngebieten von Şehba und Efrîn in Nordwestsyrien schlagen aus der türkischen Besatzungszone abgefeuerte Mörsergeschosse ein. Über der Region finden intensive Aufklärungsflüge statt.

Aus der türkischen Besatzungszone im Nordwesten von Syrien abgefeuerte Mörsergranaten sind am Freitag in zivilen Siedlungsgebieten in Efrîn und Şehba eingeschlagen. In Efrîn konzentrierte sich der Beschuss auf Dörfer im Kreis Şêrawa. In Bênê wurden mehr bislang mindestens 55 Einschläge verzeichnet, die Ortschaft Qinêtirê wurde mehr als zehnmal getroffen. Menschen wurden bisherigen Angaben zufolge nicht verletzt.

Der nicht vollständig von der Türkei besetzte Kreis Şêrawa liegt im Südosten der Region Efrîn, die bis zur Invasion Anfang 2018 nach dem Kantonsprinzip von Rojava selbstverwaltet wurde. Die türkische Armee und verbündete Dschihadistenmiliz führen nahezu täglich Angriffe auf Wohngebiete in Şêrawa durch, um die Region in die Besatzungszone einzugliedern.


Der Kanton Şehba im Niemandsland zwischen Efrîn und Aleppo ist ebenfalls von den Versuchen einer Ausweitung der Besatzungszone betroffen. Im Fokus der derzeitigen Bombardierungen befindet sich Umm al-Qura, wo mehrere Artilleriegeschosse landeten. Das Ausmaß der Schäden ist noch unklar. Sowohl über Şehba als auch über Şêrawa finden zur Stunde intensive Aufklärungsflüge statt.

Şehba liegt östlich von Efrîn in einer wüstenähnlichen Region, die von der Außenwelt abgeschnitten ist. Das Umland wird von Syrien, der Türkei und protürkischen Milizen kontrolliert. Seit der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan mit einer neuerlichen Invasion in den Autonomiegebieten von Nord- und Ostsyrien droht, eskalieren die Angriffe der türkisch-dschihadistischen Besatzungstruppen. Am Mittwoch konkretisierte Erdoğan seine Pläne für einen Großangriff auf Rojava und kündigte an, zuerst die Städte Minbic und Tel Rifat anzugreifen. Letztere befindet sich im Kanton Şehba.