Irakische Familien in Camp Hol – Aussicht auf Rückkehr

Nachdem die irakische Regierung die Rückkehr von 500 Familien aus dem nordsyrischen Camp Hol erlaubt hat, laufen die Rückkehrvorbereitungen auf Hochtouren.

In Flüchtlingslagern in Nord- und Ostsyrien befinden sich unzählige Flüchtlinge aus dem Irak. Allein im Flüchtlings- und Internierungslager al-Hol handelt es sich 30.738 Personen. 8.256 Familien leben verstreut in der Region. Trotz der Entspannung der Lage im Irak und der Zerschlagung der Territorialherrschaft des „Islamischen Statt” (IS) war aufgrund der Weigerung der irakischen Regierung an eine Rückkehr der Schutzsuchenden nicht zu denken. Zu groß waren die Sicherheitsbedenken der irakischen Regierung, dass sich unter ihnen IS-Dschihadisten befinden könnten. So blieb die Selbstverwaltung mit der Versorgung der Schutzsuchenden allein. Bereits am 11. März 2019 hatte Fabrizio Carbone, Direktor der Mittelostabteilung des Internationalen Roten Kreuzes (ICRC), auf die Menschen aus dem Irak, die auf ihre Rückkehr warten, hingewiesen. Doch mehr als zwei Jahre lang sollte sich nichts bewegen.

500 Familien kehren zurück“

Munir Muhammed von der Camp-Verwaltung

Nun endlich scheinen neue Entwicklungen einzutreten. Nachdem die irakische Regierung die Rücknahme von 500 Familien angekündigt hat, laufen die Vorbereitungen für die Rückkehr der Schutzsuchenden auf Hochtouren. Munir Muhammed von der Camp-Verwaltung berichtet: „Als Ergebnis der Partnerschaft zwischen der Selbstverwaltung und der irakischen Regierung wurde vereinbart, dass 500 irakischen Familien im Camp Hol in ihr Heimatland zurückkehren können. Die Familien werden in Gruppen in ihr Heimatland zurückgeschickt.“ Zum Ablauf erklärt Muhammed: „Die erste Gruppe von 100 Familien, deren Dokumente überprüft und die eine Sicherheitsüberprüfung bestanden haben, wird innerhalb weniger Tage in ihr Land zurückgeschickt. Die Verwaltung wird dann weitere Familien in Gruppen nach Hause schicken.“

Hasan Ali al-Dschabur aus dem Distrikt Salahaddin

Die irakischen Schutzsuchenden zeigten sich erfreut von dieser Nachricht. Hasan Ali al-Dschabur aus dem Distrikt Salahaddin erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur ANHA: „Was die Lagerleitung von irakischen Flüchtlingen, die zurückkehren wollen, fordert, ist die Erneuerung persönlicher Informationen und Dokumente. Wir wollen in unser Land zurück. Ich warte darauf, mit meiner Familie zurückzukehren.“

Ich will endlich wieder mit meinen Verwandten zusammenkommen“

Maryam Hassan aus Mosul

Maryam Hassan aus Mosul sagt: „Wir haben unsere Namen auf die Liste der Lagerleitung für die Rückkehr gesetzt. Wir sind froh, dass wir zurückkehren werden. Wir wollen nirgendwo hingehen außer in den Irak. Ich möchte wieder mit unserer Familie und Verwandten vereint sein."