Dreizehnjähriger verliert linkes Bein bei türkischem Angriff

Vertreter:innen der Selbstverwaltung im Kanton Efrîn-Şehba haben die bei einem türkischen Artillerieangriff verletzten Kinder im Avrîn-Krankenhaus besucht. Dem 13-jährigen Faris Ibrahim wurde das linke Bein amputiert.

Türkische Kriegsverbrechen in Nordsyrien

Bei den gestrigen Artillerieangriffen der türkisch-dschihadistischen Besatzungstruppen in Efrîn auf Dörfer und den Staudamm in der benachbarten Region Şehba sind vier Jungen und Mädchen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren verletzt worden. Duha Hesen und Xedice Ismelî konnten das Krankenhaus bereits am Samstagabend verlassen und wurden von ihren Eltern nach Hause geholt. Meter und Faris Ibrahim sind weiterhin in Behandlung in der Avrîn-Klinik in Fafîn. Die beiden Jungen erlitten schwere Verletzungen, dem 13-jährigen Faris musste das linke Bein amputiert werden.


Vertreter:innen der Selbstverwaltung im Kanton Efrîn-Şehba haben die verletzten Kinder heute im Krankenhaus besucht und mit ihren Eltern gesprochen. Bekir Elo, Ko-Vorsitzender des Exekutivrats, erklärte nach dem Besuch vor der Klinik, dass der türkische Staat täglich die Zivilbevölkerung bombardiere und damit Verbrechen gegen die Menschlichkeit begehe. Elo wies darauf hin, dass die Angriffe jedes Frühjahr zunehmen, um die Menschen an der Feldarbeit zu hindern und Getreidefelder durch gezielten Beschuss in Brand zu setzen.

„Die türkische Regierung befindet sich in einem Zerfallsprozess und will mit diesen Angriffen unseren Willen brechen und den Widerstand zerschlagen. Unser Volk wird seinen Widerstand entschlossen fortsetzen“, sagte Bekir Elo und erklärte abschließend, die Selbstverwaltung fordere internationale Menschenrechtsorganisationen dazu auf, Rechenschaft vom türkischen Staat und seinen dschihadistischen Söldnerbanden zu verlangen.

Internationales Schweigen zu türkischen Kriegsverbrechen

In der nördlich von Aleppo gelegenen Region Şehba leben Hunderttausende Vertriebene aus Efrîn. Mit dem neuen Gesellschaftsvertrag der Autonomieregion Nord- und Ostsyrien wurden beide Regionen zum Kanton Efrîn-Şehba erklärt. Efrîn galt früher als die sicherste Region im Bürgerkriegsland Syrien und ist seit März 2018 von der Türkei besetzt. Seitdem gehören Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen zum Alltag. Die Türkei praktiziert neben einer klassischen Kolonialpolitik auch eine Politik der ethnischen Säuberung. Die demografische Veränderung zu Gunsten der Türkei und ihres islamistischen Invasionskorps, Verbrechen wie Entführungen, Folter, Erpressung und Morde sowie andauernde Artillerieangriffe geschehen tagtäglich und mit faktischer Billigung durch die internationale Staatengemeinschaft.