Şehba, Efrîn und Minbic unter Artilleriefeuer

Aus der türkischen Besatzungszone in Nordsyrien abgefeuerte Mörsergeschosse sind am späten Freitagabend in Wohngebieten in Şehba, Efrîn und Minbic eingeschlagen. Auch die Ortschaft Ziyaret, wo sich das Vertriebenenlager Veger befindet, wurde bombardiert.

Aus der türkischen Besatzungszone im Norden von Syrien abgefeuerte Mörsergeschosse sind am späten Freitagabend in Wohngebieten in Şêrawa bei Efrîn eingeschlagen. Der Beschuss konzentrierte sich zunächst auf die Dörfer Bircqusê, Hirşê und Soxanekê. Daran anschließend wurde die Ortschaft Ziyaret bombardiert, wo sich das Vertriebenenlager Veger befindet. In dem Camp mit rund 105 Familien aus Efrîn landeten Teile von Artillerie-Geschossen. Über das ganze Ausmaß der Angriffe liegen noch keine gesicherten Informationen vor.

Der nicht vollständig von der Türkei besetzte Kreis Şêrawa liegt im Südosten von Efrîn, das bis zur Invasion Anfang 2018 nach dem Kantonsprinzip von Rojava selbstverwaltet wurde. Die türkische Armee und verbündete Dschihadistenmiliz führen nahezu täglich Angriffe auf die Region durch, um sie an die Besatzungszone einzugliedern.

Bewohner von Camp Veger hält ein Geschossteil in die Kamera | Foto: Bêrîtan Sarya

Früher am Tag bombardierten die Besatzungstruppen mehrere Siedlungen im nördlich von Efrîn gelegenen Kreis Şera. Angriffe wurden aus Meranaz, Malkiyê, Şiwarxa, Tinib und Irşadiye gemeldet. Ob Menschen zu Schaden gekommen sind, ist nicht bekannt. In Minbic ist das Dorf Arab Hasan Kabir (Groß-Arab-Hasan, ku. Ereb Hesen) unter Artilleriefeuer gesetzt worden. Ziel der Attacke war ein Kontrollpunkt des Militärrats von Minbic. Hinweise auf mögliche Verletzte liegen hier ebenfalls nicht vor. Arab Hasan Kabir befindet sich im Südwesten Minbics. Die Ortschaft wird regelmäßig von der Türkei und ihren islamistischen Söldnern attackiert.

Der Kanton Şehba im Niemandsland zwischen Efrîn und Aleppo ist ebenfalls von den Versuchen einer Ausweitung der Besatzungszone betroffen. Im Fokus der in regelmäßigen Abständen an Intensität zunehmenden Angriffe ist die Stadt Tel Rifat. Dort schlugen am frühen Freitagabend mindestens vier Granaten ein. Das Ausmaß der Schäden ist unklar.