Erneute Hinrichtung wegen angeblicher Sabotage in Iran

In Iran wurde bereits zum fünften Mal seit Jahresbeginn ein Mensch hingerichtet, der für einen Sabotageakt gegen eine Verteidigungsanlage in Isfahan verantwortlich gemacht wurde. Im Januar waren bereits vier Kurden unter ähnlichen Vorwürfen exekutiert wor

Das Mullah-Regime Irans hat erneut einen Menschen nach sogenannten Sabotagevorwürfen hinrichten lassen. Wie das staatliche Fernsehen am Sonntagabend berichtete, habe der Mann die Sprengung eines Werkstattkomplexes des Geheimdienstministeriums in Isfahan geplant. Dies sei „unter der Leitung eines Mitarbeiters des israelischen Geheimdienstes Mossad“ geschehen. Weitere Details wurden nicht bekannt gegeben, auch nicht die Identität der Person.

Iran betreibt mehrere Atomforschungsanlagen in der Region Isfahan, die im Zentrum des Landes liegt, darunter eine Uranumwandlungsanlage. Das mit Sanktionen belegte iranische Atomprogramm war bereits Ziel von Sabotageakten und Cyberangriffen. Teheran hat Israel mehrerer verdeckter Aktionen auf iranischem Boden beschuldigt.

Im Februar 2023 hatte Irans Geheimdienstministerium die Festnahme der „Hauptakteure“ eines Drohnenangriffs auf eine Munitionsfabrik des Verteidigungsministeriums in Isfahan gemeldet. Den Monat zuvor hatte offiziellen Angaben zufolge ein Flugabwehrsystem eine Drohne zerstört, zwei weitere seien an der Einrichtung explodiert. Das „Wall Street Journal“ berichtete damals unter Berufung auf „mit der Operation“ vertraute Personen, dass Israel hinter den Angriffen stehe. Das Verteidigungsministerium teilte mit, es habe nur geringfügige Schäden gegeben.

Im Zusammenhang mit Israel zugeschriebenen Sabotageaktionen lässt das iranische Regime immer wieder Menschen hinrichten. Bereits Ende Januar waren mit Pejman Fatehi, Wafa Azarbar, Mohammad Faramarzi und Mohsen Mazloum vier Kurden nach Anschuldigungen, sie hätten Spionage für Israel betrieben und einen Bombenanschlag in Isfahan geplant, exekutiert worden. Bei den Männern handelte es sich um politische Aktivisten der Komala (Komełey Şorrişgêrrî Zehmetkêşanî Kurdistanî Êran). Die Partei hatte die Vorwürfe gegen ihre Mitglieder als falsch und unbegründet zurückgewiesen. Menschenrechtsgruppen warfen dem Regime einen unfairen Prozess vor. Die Geständnisse der Aktivisten seien unter Folter erzwungen worden.

Ende Dezember waren schon einmal vier kurdischstämmige Menschen wegen des Vorwurfs der Spionage zugunsten Israels und angeblichen Sabotageakten vom iranischen Regime ermordet worden. Unter ihnen befand sich auch eine 54-jährige Frau. Die in Frankreich ansässige Menschenrechtsorganisation Kurdistan Human Rights Network (KHRN) berichtete, dass sie während der Hochphase der im Herbst 2022 nach dem gewaltsamen Tod von Jina Mahsa Amini ausgebrochenen „Jin, Jiyan, Azadî“-Revolte festgenommen wurden und politische Gefangene waren. Nach einer Zählung der Organisation hat das iranische Regime 2023 mindestens 750 Menschen exekutieren lassen.