Malazgirt: Die Söhne und Töchter Kurdistans werden sich nicht beugen

Der HPG-Kommandant Amed Malazgirt erklärt, der türkische Staat werde sein Ziel mit den Angriffen auf die Medya-Verteidigungsgebiete nicht erreichen: „Die Söhne und Töchter Kurdistans werden sich niemals beugen.“

Amed Malzgirt, einer der Kommandanten im Volksverteidigungszentrum (NPG), hat sich im Radiosender Dengê Welat zu den türkischen Angriffen auf die Medya-Verteidigungsgebiete und dem Widerstand der Guerilla geäußert.

 

„Invasion findet mit Zustimmung von NATO und Europa statt“

Malazgirt unterstreicht, dass der Widerstand gegen die Invasion erfolgreich sein werde. Er erinnert an die gescheiterte türkische Großinvasion im Jahr zuvor: „Das Ziel dieses Angriffs war es, so schnell wie möglich in Zap und Avaşîn einzumarschieren und von dort in andere Regionen Südkurdistans vorzurücken. Die Guerilla der PKK beantwortete diese Invasion mit der Offensive Bazên Zagrosê (Falken des Zagros) und verhinderte damit eine Besatzung durch die türkische Armee. Trotz monatelanger Angriffe auf die Region Avaşîn war der Feind nicht in der Lage, manche Berge überhaupt zu betreten. Daraufhin wollte er mit chemischen Waffen Ergebnisse erzielen, konnte aber sein Ziel angesichts des Widerstands der Guerilla erneut nicht erreichen. Offensichtlich hat der Feind das Jahr 2021 neu bewertet und erneut die Zustimmung der europäischen Staaten und der NATO eingeholt, um die Jugend Kurdistans anzugreifen. Es wurde viel Waffentechnik eingekauft, um sie gegen die Guerilla im Krieg zu verwenden.

„Verbotene Waffen kommen von der NATO“

Von der NATO erhielt der türkische Staat verbotene Waffen. Alle Waffen, die bei dieser Operation verwendet werden sollen, wurden im Voraus bereitgestellt. Nach großen Vorbereitungen startete vom 14. bis 17. April eine Luftoperation mit Kampfflugzeugen unter Einsatz hochentwickelter Waffen. Der Feind bombardierte Tag und Nacht alle Gebiete. Nach den Luftangriffen wurde am 17. April mit Unterstützung von Kampfflugzeugen versucht, Truppen in mehreren Gebieten abzusetzen. Die Guerilla verhinderte überall Luftlandeoperationen. Dies führte auch zum Rückzug des Feindes aus einigen Gebieten.

„Truppen konnten nur außerhalb der Guerillagebiete abgesetzt werden“

Nur in Gebieten, die sich nicht unter unserer Kontrolle befanden, konnte der Feind Truppen absetzen. Der Feind hat seine Truppen am Kuro Jahro und bei Şîladizê abgesetzt. Die Angriffe wurden von Kollaborateuren und Verrätern angeführt. Es finden am Çîyayê Reş, am Kuro Jahro, in den Gebieten Şikefta Birîndara und Karker, in Avaşîn, am Kleinen Cîlo und an der Werxelê-Front im Moment heftige Gefechte statt. Der Feind will die Kontrolle über ein paar strategische Gipfel übernehmen, aber unsere Kämpferinnen und Kämpfer widersetzen sich dem Tag und Nacht mit größter Opferbereitschaft. Der türkische Staat hatte auf seine Technik vertraut und geglaubt, dass die Guerilla dem nichts entgegensetzen könne. Aber dabei hat er eines vergessen: So mächtig und stark der türkische Staat mit seiner Technik auch zu Beginn des Krieges gewesen sein mag, die Guerilla der PKK war immer bereit, im Geiste von Gefallenen wie Zîlan und Egîd jedes Opfer zu bringen, und sie leistet weiterhin massiven Widerstand. Auf dieser Grundlage kämpft die Guerilla seit acht Tagen unermüdlich, um den Feind daran zu hindern, sein Ziel zu erreichen.“

„17 Kämpferinnen und Kämpfer gefallen“

Nach Angaben von Malazgirt sind in den vergangenen acht Tagen seit Beginn des Angriffs mindestens 218 türkische Soldaten getötet worden, mindestens 30 weitere wurden verletzt. Über die Gefallenen aus der Guerilla berichtet der Kommandant: „Bei den seit acht Tagen andauernden Angriffen sind sehr wertvolle Freundinnen und Freunde gefallen. Wir konnten feststellen, dass 17 unserer Kämpferinnen und Kämpfer gefallen sind. Aufgrund der Intensität des Krieges ist die Verbindung zu zwei Einheiten abgerissen. Wir haben die Daten mancher der Gefallenen bereits öffentlich gemacht. Die Daten der übrigen werden wir in den kommenden Tagen veröffentlichen. Unser Volk soll wissen, dass hier ein sehr großer Krieg stattfindet und der Feind schwere Schläge einstecken muss.

„Die Staaten verschließen die Augen vor Chemiewaffeneinsätzen“

Der Feind setzt chemische und andere verbotene Waffen in der Region ein, um Ergebnisse zu erzielen. Letztes Jahr setzte der Feind in Avaşîn Giftgas ein, und auch jetzt setzt er Gas gegen unsere Einheiten ein, die in den strategischen Gebieten Widerstand leisten. So wird ein gelbes Gas eingesetzt, von dem die Menschen in Ohnmacht fallen. Ein anderes Gas ist pechschwarz. Der Feind benutzt die übelsten chemischen Waffen. Wenn der türkische Staat seine chemischen Waffen gegen einen anderen Staat eingesetzt hätte, wäre die ganze Welt empört. Aber der türkische Staat ist ein privilegiertes Mitglied der NATO und hat daher einige Vorteile. Er macht jedes Zugeständnis, um die PKK zu vernichten. Daher dulden insbesondere die europäischen Staaten und die Regionalmächte den Einsatz chemischer Waffen. Deshalb sollten unser patriotisches Volk, die Menschen in Kurdistan, insbesondere in Bakur und dort besonders in Amed (tr. Diyarbakır), dem Herzen Kurdistans, sich für den Guerillawiderstand einsetzen. Alle sollten die Initiative ergreifen und sich gegen diese Besatzung erheben. Süleyman Soylu (tr. Innenminister) behauptet, die PKK sei im Norden vernichtet und der Willen der Übrigen gebrochen. Ein paar Menschen, die sich verkaufen, stellen sich vor die Presse und man lässt sie erklären ‚Wir sind Türken‘ – so versucht sich der türkische Staat, als erfolgreich zu verkaufen.

„Das Volk muss die Last der Guerilla erleichtern“

Die Menschen in Kurdistan, insbesondere in Bakur, sollten sehr genau wissen, dass der Krieg, der derzeit in den Regionen Zap und Avaşîn geführt wird, größer ist als der Krieg in der Ukraine. Denn der türkische Staat hört auf niemanden und er setzt alle verbotenen Waffen ein. Für die Guerilla ist es notwendig, dass das Volk aktiv wird. Natürlich weiß die Guerilla, dass das kurdische Volk seit Beginn des Krieges in den vier Teilen Kurdistans und in Europa protestiert. Das ist wahr, aber nicht genug. Vor allem was Bakur betrifft. Es gibt Festnahmen, Inhaftierungen, die Menschen werden in den Kerker geworfen und es werden Menschen im Gefängnis ermordet. Was gibt es noch zu verlieren? Unser Volk muss auf die Straße gehen. Die Menschen in Bakur und Amed sollten mit ihrem Widerstand ganz Kurdistan anführen. Das ist unsere Erwartung an die Jugend und an das Volk. Manche Kreise sprechen wie Verräter und Kollaborateure, sie sagen, es solle nichts passieren, denn der Norden habe ja schon genug gelitten. Sie versuchen so, den Diskurs zu manipulieren.“

„Schlagt den türkischen Staat, wo ihr ihn trefft“

Malazgirt fährt fort: „Alle Menschen, die noch Würde und Gewissen haben, die wollen, dass der kurdische Kampf erfolgreich ist, müssen alles in ihrer Macht Stehende tun, um für die Guerilla einzutreten. Der Feind macht die Kinder dieses Volkes zu Gefallenen, nennt sie Terroristen und spricht gleichzeitig von türkisch-kurdischer Brüderlichkeit.“

Malazgirt fordert, den Krieg in die Türkei zu tragen und den türkischen Staat überall zu schlagen, wo er getroffen werden könne. Der Kommandant fährt fort: „Die kurdische Jugend sollte in diesem Sinne dem Feind eine Antwort geben und die Last der Guerilla erleichtern. Bevor es zu spät ist, sollte der Krieg in allen Bereichen in Nordkurdistan geführt werden. Auch in den Metropolen der Türkei und in den anderen Teilen Kurdistans muss das kurdische Volk Haltung gegenüber dem Feind beziehen.

„Die PKK und das kurdische Volk werden siegen“

Dem türkischen Staatsapparat ist bekannt, dass es Menschen gibt, die sich vor dem türkischen Militär aufgrund der begangenen Gräueltaten fürchten. Aber die freien, patriotischen Kurdinnen und Kurden und die Guerilla fürchten sich nicht vor dem türkischen Staat. Das weiß das Regime genau. Deshalb tut es alles, was es kann, um diesen Willen zu brechen. Weder die kurdische Guerilla noch die Söhne und Töchter Kurdistans werden sich jemals beugen. Wenn sie fallen, dann fallen sie in Würde für die Kurdinnen und Kurden und für Kurdistan. Die Gefallenen dieses Krieges sind die Würde des kurdischen Volkes. Das kurdische Volk ist stolz auf seine Kinder. So wie der türkische Staat alle seine Institutionen und Medien für diesen Krieg mobilisiert und sogar die Opposition auf Linie gebracht hat, sollten sich alle, die sich Kurdin oder Kurde nennen, egal in welchem Teil Kurdistans, vereint gegen die Besatzung stellen. Dies ist die Aufgabe aller Menschen, die aus Kurdistan kommen.“