Demonstration in Xanesor: „Der Verrat bleibt unvergessen“

Im ezidischen Siedlungsgebiet Şengal in Südkurdistan hat eine Demonstration gegen den PDK-Angriff vor vier Jahren auf Xanesor stattgefunden. Bei dem Angriff am 3. März 2017 sind zehn Menschen ums Leben gekommen, darunter die Journalistin Nûjiyan Erhan.

Vor vier Jahren haben bewaffnete Einheiten der südkurdischen Regierungspartei PDK einen Angriff auf Xanesor im ezidischen Siedlungsgebiet Şengal durchgeführt. Bei dem Angriff sind zehn Menschen ums Leben gekommen, darunter die Journalistin Nûjiyan Erhan. Xanesor liegt in ungefähr zwölf Kilometer Entfernung von der irakisch-syrischen Grenze.

Aus Anlass des Jahrestages hat eine Demonstration in der Region stattgefunden. Die Teilnehmenden riefen „Nieder mit dem Verrat, es lebe der Widerstand“ und trugen Fotos der Gefallenen. Am Ort des Angriffs wurde eine Kundgebung abgehalten. Im Namen der Gefallenenfamilien in Şengal hielt Mamoste Merwan Êzidî eine Ansprache, in der er die PDK für den Angriff verurteilte und an die Toten erinnerte: „Die ezidische Gemeinschaft ist eine der ältesten Gesellschaften in Mesopotamien. Obwohl sie anderen noch nie Schaden zugefügt hat, ist sie in der Geschichte immer wieder Massakern ausgesetzt worden. Das bekannteste Massaker ist der Ferman vom 3. August 2014. An diesem Tag wurde unser Volk vor den Augen der Weltöffentlichkeit niedergemetzelt. Im Vorfeld sind ihm alle Mittel der Verteidigung genommen worden und es wurde von den Peschmerga betrogen. Nach dem Ferman hat sich unser Volk entsprechend der Philosophie Abdullah Öcalans in allen Bereichen des Lebens organisiert. Es hat eigene Verteidigungskräfte und Selbstverwaltungsstrukturen aufgebaut.“

Die PDK, die 2014 vor dem IS geflohen und das ezidische Volk im Stich gelassen habe, sei am 3. März 2017 gemeinsam mit dem MIT vorgegangen, um die Selbstverwaltungsstrukturen in Şengal zu zerstören, hieß es weiter in der Rede: „Dieser Angriff war wie eine Fortsetzung des IS-Angriffs.“

Weitere Ansprachen wurden von Vertreterinnen und Vertretern von TAJÊ, PADÊ und dem Autonomierat Şengal gehalten. Als Mitglied der ezidischen Frauenbewegung TAJÊ verurteilte Pakize Celal den PDK-Angriff als „Verrat am ezidischen Volk“, der zehn Menschen das Leben gekostet habe. Dieser Verrat werde niemals vergessen werden.

Nach den Reden wurden im Gedenken an die Toten zehn Bäume am Ort des Angriffs gepflanzt.