Konzert von Seyda Perinçek im Rahmen der Kurdistan-Tage

Im Rahmen der Leipziger Kurdistan-Tage gab es ein Konzert des kurdischen Volksmusikers Seyda Perinçek. Am Sonntag findet zum Abschluss der kulturpolitischen Veranstaltungsreihe eine „Freiheit für Abdullah Öcalan“-Demonstration statt.

Die diesjährigen Leipziger Kurdistan-Tage neigen sich so langsam ihrem Ende zu. Seit anderthalb Wochen bietet eine Initiative, die sich aus dem Rojava-Solidaritätsbündnis Leipzig sowie den Ortsgruppen von Women Defend Rojava, Gemeinsam Kämpfen, Defend Kurdistan und der Internationalistischen Jungendkommune zusammensetzt, Interessierten eine bunte Mischung aus kulturellen und politischen Veranstaltungen, um die kurdische Bewegung näher kennenzulernen.

Auf dem heutigen Programm steht ab 20 Uhr die Vorführung der Dokumentation „Eine Brücke nach Rojava“ von Ekrem Heydo. Zusammen mit Aktivist:innen des „Städtepartnerschaftsvereins Friedrichshain/Kreuzberg-Dêrik lädt das Organisationskomitee der Kurdistan-Tage im Anschluss des Films zu einer Diskussion über die Bedeutung einer offiziellen Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Rojava ein. Den Abschluss des kulturpolitischen Spektakels rund um Kurdistan wird am Sonntag eine Demonstration bilden.

Zuvor gab es am Freitag noch ein Konzert von Seyda Perinçek. Rund hundert Menschen folgten der Einladung und lauschten der bewegenden Musik des kurdischen Künstlers.


Seyda Perinçek ist einer der erfolgreichsten Sänger der kurdischen Volksmusik. Mit über 1300 Liedern und Gedichten begeistert der 1978 in Mêrdîn geborene Musiker seit mehreren Jahren viele Menschen. Dabei handeln seine Werke vom Wunsch nach Freiheit und den damit verbundenen Aufopferungen, sowie der Schönheit des Befreiungskampfes. Als Rahmenprogramm gab es neben Info- und Büchertischen mehrere Reden der Organisator:innen der Kurdistan-Tage, in denen auf die bedrohliche Lage von Abdullah Öcalan hingewiesen wurde.

Der kurdische Vordenker und Repräsentant sitzt seit nunmehr 24 Jahren in Isolationshaft auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali. „Seine Freiheit würde den Weg für einen würdevollen Frieden in Kurdistan und dem Mittleren Osten darstellen. Seine Ideen und Werke zeigen jedoch auch eine Lösung für die weltweite Krise und der Kapitalistischen Moderne dar. Dies sichtbarer zu machen, ist auch die Aufgabe von uns in Leipzig”, hieß es in einem Beitrag. So wurde das Publikum zur Beteiligung am Kampf für die Freiheits Öcalans aufgerufen und auf die morgige Demonstration hingewiesen, die unter dem Motto „Freiheit für Öcalan“ stattfinden soll.

Die Demonstration startet um 16 Uhr, Versammlungsplatz ist der Willy-Brandt-Platz

Zwischen den musikalischen Beiträgen wurde außerdem noch der Gefallenen der Revolution von Rojava sowie der deutschen Internationalistin Elefteria Hambi gedacht. Elefteria Hambi kam am 25. November 2019 bei einem Luftangriff der türkischen Armee in Südkurdistan ums Leben. Bevor sie 2018 nach Rojava ging, war sie in Deutschland in der Klimabewegung aktiv und beteiligte sich an der Verteidigung des Hambacher Forstes. In Rojava lernte sie die gesellschaftliche Selbstorganisierung Nord- und Ostsyriens kennen und beteiligte sich als Mitglied der Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) am Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat” (IS). Nach dem militärischen Sieg über den IS wechselte sie zur Guerilla in die Berge.