Kobanê bei den Denkmaltagen in der Schweiz

An diesem Wochenende finden in der Schweiz die Europäischen Tage des Denkmals statt. Der Künstler Werner Neuhaus vom Verein Mesela beteiligt sich mit der Aktion „We are visible | Em Diyarin” an den Denkmaltagen und wird Kulturerbe aus Lehmziegeln bauen.

Die Europäischen Tage des Denkmals in der Schweiz werden seit 1994 jährlich als nationaler Beitrag zu den europaweiten European Heritage Days begangen. Das Ziel dieser Tage ist es, in der Bevölkerung das Interesse an Kulturgütern und deren Erhaltung zu wecken. Jeweils am zweiten Septemberwochenende sind landesweit Interessierte zu Führungen, Atelier- und Ausgrabungsbesichtigungen, Exkursionen sowie vielen weiteren Veranstaltungen eingeladen. Organisiert werden die Besichtigungen an den Denkmaltagen von den Fachstellen für Denkmalpflege und Archäologie sowie weiteren am Kulturerbe interessierten Organisationen und Personen. Sie wählen jedes Jahr die Objekte aus, knüpfen Kontakte zu den Eigentümern und organisieren die Führungen und Veranstaltungen vor Ort.

Mit dem Thema „Weiterbauen“ greifen die diesjährigen Denkmaltage in der Schweiz aktuelle Fragen aus der Debatte rund ums Verdichten auf, die auch die Stadt Burgdorf im Kanton Bern beschäftigen. Wie können Städte, Dörfer und Häuser erhalten bleiben und gleichzeitig neue, qualitätsvolle Wohn- und Freiräume im bebauten Raum geschaffen werden? Antworten wird unter anderem der Künstler Werner Neuhaus liefern. Mit seiner Kunstaktion „We are visible” | „Em Diyarin” weist der Emmentaler auf den Aspekt des Weiterbauens in den kriegsversehrten Städten Hewlêr (Erbil) im südlichen und Kobanê im westlichen Kurdistan und auf das gemeinsame Kulturerbe hin: Aus Lehmziegeln wird Kulturerbe gebaut – sei es das Schloss in Burgdorf, die Gedenkstätte in Kobanê oder die Zitadelle in Hewlêr.

Wann: Sonntag, den 13. September von 10 bis 22 Uhr

Wo: Kulturfabrik, Lyssachstrasse 112

Was: Mit den Besucher*innen wird Werner Neuhaus Lehmziegel formen und gestalten und sie somit auch für die Menschen, die an einer Zukunft bauen, sensibilisieren. Die Ziegel werden später gebrannt und an der Kulturnacht 2020 in Burgdorf zu einer Installation aufgebaut. Im November wird in Hewlêr eine ähnliche Kunstaktion stattfinden. Auf dem Areal der Kulturfabrik werden zudem Bilder der Gedenkstätte in Kobanê ausgestellt. Das Projekt wird vom Verein Mesela in Lützelflüh-Goldbach umgesetzt. Als historisches Gedächtnis soll das Museum die Erinnerungen an den Kampf Kobanês gegen den sogenannten IS wachhalten.

© Kozad Mohammed | NIKE

Verein Mesela

Der Verein Mesela wurde von Werner Neuhaus zusammen mit der Projektinitiatorin Özlem Yasar gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, mittels Kunst einen Dialog mit Menschen in Rojava und im ezidischen Siedlungsgebiet Şengal im Nordirak zu schaffen. Der Verein fördert nicht nur den Austausch und die Vernetzung von Künstler*innen in der Schweiz und im Nahen Osten und vernetzt das Wissen und die Fähigkeiten von Fachkräften aus Kunst, Architektur und Restauration. Er setzt seine Kulturprojekte auch unter Einbezug der lokalen Bevölkerung im Nahen Osten und in der Schweiz um und realisiert in den Regionen, in der er aktiv ist, Ausstellungen. Der Projektleiter von Mesela in Rojava ist der Journalist und Kriegsreporter Nazım Daştan.