Einsendefrist für Hüseyin-Çelebi-Literaturwettbewerb verlängert

Im Oktober findet die Hüseyin-Çelebi-Literaturveranstaltung der kurdischen Studierendenverbände YXK und JYK statt. Die Einsendefrist für selbstverfasste Geschichten und Gedichte ist bis zum 9. September verlängert worden.

Die Hüseyin-Çelebi-Literaturveranstaltung ist seit 1993 zu einer alljährlichen Tradition der Studierendenverbände Yekîtiya Xwendekarên Kurdistan (YXK) und Jinên Xwendekarên Kurdistan (JXK) geworden. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 8. Oktober statt, der Austragungsort wurde noch nicht bekannt gegeben. Der diesjährige Literaturwettbewerb ist dem Gedenken an den im Mai verstorbenen Rıfat Çelebi gewidmet.

Wie die Veranstalter:innen mitteilen, ist die Einsendefrist für selbstverfasste Werke bis zum 9. September verlängert worden. Wer an dem Wettbewerb teilnehmen möchte, kann eigene Texte an [email protected] oder an das Postfach 10 15 32 in 52015 Aachen schicken.

Teilnahmebedingungen

Die YXK/JXK nennen in ihrem Aufruf zur Teilnahme folgende Bedingungen:

Zugelassen sind Geschichten und Gedichte in den kurdischen Sprachen Kurmancî, Dimilî und Soranî, Deutsch und Türkisch. Die für den Wettbewerb eingereichten Werke dürfen vorher nicht veröffentlicht werden. Pro Teilnehmer:in können höchsten zwei Gedichte und eine Geschichte eingereicht werden. Die Teilnehmenden sollten einen kurzen Lebenslauf beifügen, aus dem die Entstehungsgeschichte ihres Werkes hervorgeht. Zusätzlich gibt es in diesem Jahr das Angebot, selbstgemalte Bilder auszustellen.

Wer waren Rıfat und Hüseyin Çelebi?

Rıfat Çelebi stammte aus Dersim und kam als „Gastarbeiter“ nach Deutschland. Er war der kurdischen Freiheitsbewegung eng verbunden und organisierte in den 1970er Jahren die erste kurdische Solidaritätsdemonstration in Hamburg. In den 1990er Jahren wurde er in den Nationalkongress Kurdistan (KNK) gewählt und baute die kurdische Rothalbmondorganisation Heyva Sor a Kurdistanê tatkräftig mit auf. Er organisierte Newrozveranstaltungen und kurdische Demonstrationen in Bayern mit und war zudem als einer der wenigen Menschen in Deutschland, die Begegnungen mit Abdullah Öcalan hatten. Er verstarb am 21. Mai im Alter von 86 Jahren in Nürnberg.

Hüseyin Çelebi war Rıfat Çelebis Sohn. Er wurde am 22. September 1967 als Sohn einer türkischen Mutter und eines kurdischen Vaters in Hamburg geboren, wo er bis zu seinem 18. Lebensjahr aufwuchs. Seine ersten politischen Aktivitäten begannen 1974, als er an einer Demonstration gegen die Abschiebung von 169 Kurden durch den damaligen türkischen Premierminister Ecevit an das Saddam-Regime im Irak teilnahm. Alle 169 Kurden wurden nach der Abschiebung hingerichtet. Nach dem Abbruch seines Studiums widmete sich Hüseyin Çelebi ganz der politischen Arbeit. Er arbeitete vor allem daran, mehr Öffentlichkeit für die kurdische Frage in Deutschland und Österreich zu erreichen. Unter anderem war er Mitbegründer des Studierendenverbands YXK und der Zeitschrift Kurdistan Report.

Im Februar 1988 wurde er mit 20 anderen kurdischen Politikern unter dem Vorwurf des Terrorismus von der bundesdeutschen Regierung festgenommen. Auch während der Haft hörte er nicht auf, für eine gerechte Lösung der kurdischen Frage zu kämpfen. Im Gefängnis tauschte er sich mit anderen politischen Gefangenen aus. Sein Briefwechsel mit der RAF-Gefangenen Christa Eckes ist 2021 als Buch erschienen. Im Sommer 1991 ging Hüseyin Çelebi nach Kurdistan, er hatte sich für den Guerillakampf entschieden. Mitte Oktober 1992 kam er bei einem Angriff südkurdischer Kollaborateure und der türkischen Armee in der Region Heftanîn in Südkurdistan ums Leben.