HPC-Jin: Wir werden bis zum Ende Widerstand leisten

Maa Îsa, Verantwortliche der „Gesellschaftlichen Frauenverteidigungskräfte“ HPC-Jin in der Gemeinde Çelebî bei Kobanê, erklärt zu den Angriffen auf Ain Issa und Şengal: „Wir werden bis zum Ende Widerstand leisten und niemals unser Land aufgeben.“

Die Gemeinde Çelebî bei Kobanê liegt direkt am Rand des umkämpften Landkreises Ain Issa. Seit Wochen greifen türkische Truppen und Söldner der sogenannten Syrischen Nationalarmee (SNA) die selbstverwaltete nordsyrische Stadt Ain Issa mit Artillerie, aber auch mit Bodentruppen an. Maa Îsa ist Verantwortliche der Gesellschaftlichen Frauenverteidigungskräfte HPC-Jin von Çelebî. Die HPC-Jin sind die an die basisdemokratischen Kommunen direkt über Verteidigungskommissionen angeschlossenen Einheiten, welche die Zivilverteidigung übernehmen. Maa Çelebî kommt damit eine entscheidende Funktion bei der Verteidigung der Region zu. Im ANF-Gespräch beschreibt sie die Lage vor Ort und verurteilt die Angriffe des türkischen Staates auf Ain Issa.

 

Angriffe führen zu massiver Traumatisierung der Bevölkerung“

„Die Angriffe der türkischen Invasionstruppen führen zu einer massiven Traumatisierung der Bevölkerung”, erklärt Maa Îsa. „Das Schweigen Russlands und des syrischen Regimes zu den Angriffen ist inakzeptabel. In Ain Issa befinden sich militärische Stellungen Russlands und des Regimes. Auf der einen Seite bezeichnen sie Nord- und Ostsyrien als „unverzichtbar“ und betrachten sich als Garantiemächte des Waffenstillstands, auf der anderen Seite sagen sie nichts zu den Angriffen. Am 5. Dezember um 15 Uhr setzten Artillerieangriffe ein, die Granaten schlugen bis 23 Uhr ein. Insgesamt 150 Granaten sind in zivilen Siedlungen niedergegangen. Fünf von ihnen sind nicht detoniert.“

Die Kämpferinnen und Kämpfer sind unsere Kinder“

Îsa berichtet von den Verlusten: „Bei den Artillerieangriffen des türkischen Staates sind zwei Kinder, die vor der Tür ihrer Wohnung spielten, auf grausamste Weise getötet worden, zwei weitere wurden verletzt.“ Sie bekräftigt: „Wir bleiben auf unseren Land und werden gegen alle Angriffe weiterhin Widerstand leisten. So sehr der türkische Staat uns auch beschießen mag, wir gehen nicht weg. Die Kämpferinnen und Kämpfer von YPJ, YPG und QSD, welche für die Sicherheit der Bevölkerung ihr Leben riskieren, sind unsere Kinder. Die Öffentlichkeit schweigt zu dem, was wir hier erleben müssen. Die ganze Menschheit soll sehen, was hier auf unserem Land geschieht.“

Niemand darf schweigen“

Bahar aus der Leitung der HPC-Jin von Sirrin und Ain Issa äußert sich ebenfalls: „Hier findet ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit statt. Unsere Mütter, unsere Kinder, kurz gesagt unser Volk wird ermordet. Es wird auf unsere Kosten ein schmutziges politisches Spiel gespielt. Sie schließen Abkommen über Ain Issa und Şengal und missachten den Willen der Bevölkerung. Dieses Volk hat seine Selbstverteidigungskräfte, seine Kommunen und seine Räte mit harter Arbeit aufgebaut. Wir haben einen hohen Preis für diese Errungenschaften gezahlt. Wir werden hinter verschlossenen Türen unterzeichnete, schmutzige Allianzen niemals akzeptieren. Die ganze Menschheit muss ihre Stimme erheben. Wir werden als HPC-Jin unser Volk bis zum letzten Blutstropfen verteidigen.“