Newroz-Feuer brennen in der Schweiz

An vielen Orten in der Schweiz sind Newroz-Feuer entzündet worden. Die Aktivist:innen fordern die Freiheit des kurdischen Repräsentanten Abdullah Öcalan und solidarisierten sich mit der Guerilla. Zentrale Feiern stehen noch bevor.

Newroz in der Schweiz

Am Mittwochabend wurde das kurdische Neujahrsfest Newroz in Zürich, Bern und Genf gefeiert.

Zürich: „Wir beglückwünschen die Guerilla zu ihrem Luftverteidigungssystem“


In Zürich versammelten sich Aktivist:innen am Helvetiaplatz. Nach einer Schweigeminute folgte eine Erklärung der Revolutionären Jugendbewegung (TCŞ). Ein Sprecher erklärte: „Wir wollen die physische Freiheit von Rêber Apo und werden die Offensive dafür auf jeden Fall zum Erfolg führen.“ In Bezug auf die Einführung des neuen Luftverteidigungssystems der Guerilla, mit dem 15 türkische Killerdrohnen abgeschossen wurden, hieß es in einer Rede: „Wir beglückwünschen die Guerilla zum neu geschaffenen Luftverteidigungssystem, das alle Angriffe des türkischen Besatzungsstaates abwehrt. Die Guerilla erleuchtet uns den Weg. Wir werden die Guerilla und Rêber Apo unter jedem Umstand verteidigen. Wir sind der Guerilla für die gute Nachricht dankbar.“

Anschließend liefen die Aktivist:innen in einem Fackelzug durch die Stadt. Das Newroz-Feuer wurde von Friedensmüttern entzündet. Es wurde bis zu später Stunde getanzt.

Genf: Widerstand von Kawa bis heute


Auch in Genf fand eine Newroz-Feier statt. Die Feier begann mit dem Einzug von Jugendaktivist:innen mit Fackeln. Bevor das Newroz-Feuer angezündet wurde, ergriff der Ko-Vorsitzende der kurdischen Gemeinde in Genf (CDK), Ibrahim Yüksel, das Wort. Er unterstrich die historische Bedeutung des Newroz-Festes und beschrieb die Geschichte des Widerstands von der Newroz-Legende bis zum Kampf heute. Anschließend spielten die Musikgruppen Koma Med und Kawa Delîl und die Feier ging in Kreistänzen um das Feuer weiter.

Feier im Flüchtlingslager Gurnigelbad

Im Flüchtlingslager Gurnigelbad im Kanton Bern fand eine ausgelassene Newroz-Feier statt. Die Bewohner:innen entzündeten vor dem Camp ein großes Feuer und tanzten zu kurdischen Liedern. Immer wieder wurden Parolen wie „Jin, Jiyan, Azadî“, „Bijî Serok Apo“ und „Es lebe der Gefängniswiderstand“ gerufen. Kamuran Gün, ein Bewohner des Lagers, erklärte in einer Rede: „Newroz ist für die Kurden ein Symbol der Hoffnung, des Widerstands und der Wiedergeburt. Wenn wir diesen Tag in Einigkeit und Solidarität feiern, blicken wir hoffnungsvoll in die Zukunft, indem wir uns an unsere vergangenen Kämpfe erinnern. Der Geist von Newroz ist Geschwisterlichkeit und Freiheit. Ich wünsche den Kurdinnen und Kurden eine Welt, in der der Geist des Friedens, der Gerechtigkeit und des Widerstands immer lebendig bleibt. Frohes Newroz.“

Anschließend erklärte Mehmet Murat Yıldırım, ebenfalls Bewohner des Lagers: „Wir versammeln uns hier mit Freundinnen und Freunden aus allen Teilen Kurdistans um das Newroz-Feuer. Die Begeisterung ist groß. Es wird getanzt und gesungen. Aber in uns herrscht auch eine gewisse Bitterkeit, denn wir sind weit weg von unseren Familien und geliebten Menschen. Ich möchte das Newroz-Feuer in den kommenden Jahren wieder in unserem Land entzünden. Unsere kurdischen Freunde hier sind Menschen, die im Lande einer schweren politischen Unterdrückung ausgesetzt waren. Auch hier werden sie weiterhin unterdrückt. Wir leben in der Angst, abgeschoben zu werden.“

Viele Newroz-Veranstaltungen in der Schweiz stehen noch bevor:

21.März:
Biel: Kongresshaus, 16.30 Uhr
Solothurn: Kreuzackerplatz, 19.00 Uhr
Luzern: Mühlenplatz, 17.00 Uhr
Aarau: Bahnhofsplatz, 17.00 Uhr
Basel: Dreirosen Brücke, 17.30 Uhr
St. Gallen: Bahnhofplatz, 17.00 Uhr
Winterthur: Neumarktplatz, 16.00 Uhr
Rapperswil: Strandbad Altendorf, 17.00 Uhr
Bern: Komel, 18.00 Uhr

22. März:
Chur: Engadinstr. 27, 16.30 Uhr
Lausanne: Montbenon,18.00 Uhr

23. März:
Lugano: Via Campo Marzo, 18.00 Uhr