Dutzende Festnahmen beim Sternmarsch nach Gemlik

Aller Repression zum Trotz fanden in der Türkei in Wan, Botan, Amed und der Çukurova Demonstrationen im Rahmen des Sternmarsches für die Freiheit von Abdullah Öcalan nach Gemlik statt. Dutzende Menschen wurden festgenommen.

Ein breites Bündnis der kurdischen Zivilgesellschaft und der Parteien HEDEP und DBP organisiert in der Türkei für dieses Wochenende einen Sternmarsch nach Gemlik in der Provinz Bursa. Von dem Anleger in Gemlik wäre die Gefängnisinsel Imrali erreichbar, auf der der kurdische Repräsentant Abdullah Öcalan und seine drei Mitgefangenen isoliert werden. Seit mehr als 32 Monaten gibt es kein Lebenszeichen mehr aus dem Inselgefängnis. Der Sternmarsch, der heute in einer Großkundgebung in Gemlik zusammentreffen soll, begann am Samstag mit Demonstrationen an vielen Orten und soll ein Zeichen im Rahmen der Kampagne „Freiheit für Abdullah Öcalan, Lösung der kurdischen Frage“ setzen.

Am Samstag fanden in den Provinzen Amed (Diyarbakir), Wan (Van), Êlih (tr. Batman), Sêrt (Siirt), Şirnex (Şirnak), Riha (Urfa), Adana, Dîlok (Antep), Hatay, Mêrdîn (Mardin), Çewlîg (tr. Bingöl) und Osmaniye Demonstrationen vor dem Aufbruch nach Gemlik statt. In Êlih versammelten sich Menschen, um Richtung Amed zu fahren. In Sêrt wurden die Fahrzeuge am Stadtausgang von der Polizei gestoppt. Die Menschen macht jedoch mit großer Entschlossenheit deutlich, dass sie sich das nicht gefallen lassen würden, und setzten ihre Weiterfahrt durch.

Amed: „Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier“

Am Nachmittag erreichten Busse und Privatfahrzeuge aus Êlih, Sêrt, Şirnex, Mêrdîn und Riha als erste Zwischenstation Amed. Die Autos aus Çewlîg wurden von der Polizei aufgehalten. In Amed versammelten sich die Teilnehmenden zunächst vor dem Gebäude des Provinzverbands der HEDEP und im Koşuyolu-Park, es wurde gesungen und getanzt. Unterdessen begannen junge Aktivist:innen bereits eine lautstarke Demonstration unter Parolen wie „Die PKK ist das Volk und das Volk ist hier“ oder „Es lebe Serok Apo“. Auch in anderen Vierteln wie Kaynartepe fanden ähnliche Spontandemonstrationen statt. Im Innenstadtviertel Ofis zogen Aktivist:innen mit der Parole „Sucht nicht in den Bergen, die Apocu sind überall“ durch die Straßen. Als die Polizei anrückte, um die Demonstrationen zu verhindern, blockierten HEDEP-Abgeordnete die Straßen. Bei Polizeiangriffen wurden mindestens 28 Personen festgenommen.

Der Ko-Vorsitzende der DBP, Keskin Bayındır, erklärte angesichts der Versuche der Polizei, den Freiheitsmarsch nach Gemlik zu verhindern: „Ihr solltet wissen, dass unsere heutige Haltung eine historische Haltung ist. Dies ist der Weg der Freiheit, der Weg der Einheit. Wir werden definitiv siegen.“

Große Demonstration in Mersin

Ein weiterer Sammelpunkt des Sternmarsches war die Mittelmeerprovinz Mersin. Trotz Blockaden und diverser Kontrollen durch die Polizei kamen im Laufe des Tages Busse und Autos aus Adana, Hatay, Osmaniye und Dîlok in Mersin an. Der Park, in dem die Kundgebung stattfinden sollte, wurde von der Polizei umstellt und das Betreten und Verlassen des Platzes verboten. Daraufhin zogen die Menschen vor das HDP-Gebäude und riefen immer wieder „Die Repression kann uns nicht schrecken“ und „Es lebe der Gefängniswiderstand“.

Angriffe und Festnahmen in Wan


In Rêya Armûşê (Ipekyolu) hatten sich ebenfalls viele Menschen versammelt, um von dort aus zunächst nach Wan aufzubrechen. Die Polizei griff die Menschenmenge an und versuchte, die Abfahrt zu verhindern. Dabei wurden viele Menschen festgenommen. Die Aktivist:innen erwiderten die Angriffe mit Parolen wie „Es lebe der Widerstand von Imrali“. Die Festgenommenen riefen bei ihrem Abtransport „Wir haben uns nicht gebeugt und werden es nicht tun“ und „Es lebe der Gefängniswiderstand“. In Wan kam es anschließend zu Protesten. Die Polizei setzte Wasserwerfer ein. Mindestens 31 Personen wurden festgenommen, darunter auch Lokalpolitiker:innen der HEDEP und DBP.