Hungerstreik in Camp Lavrio

Im selbstverwalteten Flüchtlingslager Lavrio in Griechenland haben sich Schutzsuchende aus Kurdistan dem Hungerstreik für die Aufhebung der Isolation des kurdischen Vordenkers Abdullah Öcalan angeschlossen.

Im Camp Lavrio in der griechischen Region Attika haben Schutzsuchende einen Hungerstreik für die Aufhebung der Isolation von Abdullah Öcalan gestartet. Die achtköpfige Gruppe aus Mitgliedern der Revolutionären Jugendbewegung (TCŞ), der kurdischen Frauenbewegung in Europa (TJK-E) und der Kulturvereinigung Navenda Çanda Kurdistan (NÇM) schließt sich damit dem Widerstand im Flüchtlingslager Mexmûr und der 2.500 politischen Gefangenen in der Türkei an. Der Hungerstreik ist unbefristet, findet aber in Fünftagesschichten statt. In türkischen Haftanstalten dauert die Aktion bereits seit dem 27. November an und wurde gerade von der achten Gruppe übernommen.

Verbrechen gegen die Menschlichkeit auf Imrali“

Zu Beginn des Hungerstreiks in Lavrio wurde eine Pressekonferenz veranstaltet. Die Aktivist*innen appellierten an die internationale Gemeinschaft und stellten fest, dass auf Imrali ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen wird. „Dieser Widerstand des kurdischen Volkes wird fortdauern. Die Forderungen der Gefangenen müssen sofort erfüllt werden, noch bevor der Hungerstreik in eine gefährliche Phase eintritt“, erklärten sie. Außerdem finden in dem Lager seit dem 13. Dezember jeden Dienstag und Samstag Lärmaktionen zur Unterstützung des Hungerstreiks statt.

Das Camp Lavrio

Das mehrheitlich von Kurdinnen und Kurden bewohnte Lavrio-Camp wird seit Jahren nach einem demokratischen, ökologischen und frauenbefreienden Paradigma selbstverwaltet und ist in der gesamten griechischen Öffentlichkeit dafür bekannt. Bis Juli 2017 leistete die griechische Regierung den Bewohnerinnen und Bewohnern über das Rote Kreuz Unterstützung. Unter dem Druck der Türkei wurde jedoch jegliche Hilfe für das Camp eingestellt und die Räumlichkeiten wurden verlassen. Auch Hilfe von internationalen Organisationen erhalten die Menschen in dem Lager nicht.