Türkische Armee bombardiert Kobanê, Sirrîn und Ain Issa

Die türkische Armee und ihre dschihadistischen Verbündeten setzen ihre Kriegshandlungen gegen die Autonomieregion Nord- und Ostsyrien fort. In Sirrîn wurde der Getreidespeicher attackiert, rund 500 Tonnen Weizen sind vernichtet worden.

Zermürbungskrieg gegen Rojava

Die türkische Armee und ihre dschihadistischen Verbündeten setzen ihre Kriegshandlungen gegen die Autonomieregion Nord- und Ostsyrien unvermindert fort. Wie Sicherheitsbehörden mitteilten, wurde die Getreidesiloanlage in der südlich von Kobanê gelegenen Gemeinde Sirrîn (Sarrin) am Freitag von Kampfflugzeugen und Drohnen bombardiert. Rund 500 Tonnen Getreide seien durch die Angriffe vernichtet und wichtige Technik zerstört worden, hieß es von Seiten der Asayîş. Menschen sollen nach bisherigem Kenntnisstand nicht verletzt worden sein.

Beschuss des Getreidelagers

Die Weizenspeicher von Sirrîn werden regelmäßig von der türkischen Luftwaffe angegriffen. Die gesamte Gemeinde und umliegende Dörfer werden seit Anfang Dezember täglich ins Visier genommen – auch von der pro-türkischen Söldnertruppe „Syrische Nationalarmee“ (SNA). Sirrîn liegt am Ostufer des Euphrat und nicht weit entfernt von der Qereqozax-Brücke. Diesen strategischen Übergang sowie den weiter südlich gelegenen Tişrîn-Damm versuchen türkische NATO-Truppen und SNA-Dschihadisten seit dem Sturz des Assad-Regimes Anfang Dezember einzunehmen, um die Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) östlich des Flusses zu drängen und mit weiteren Geländegewinnen die symbolträchtige Stadt Kobanê zu besetzen.

Angriffe auf Aşmê

Auch Kobanê selbst wurde bombardiert. Der Artilleriebeschuss zielte auf das westlich der Stadt gelegene Dorf Aşmê (Ashma), Quelle war laut Informationen von vor Ort die türkisch-dschihadistische Besatzungszone. Ob Menschen durch den Beschuss zu Schaden gekommen sind, ist noch unklar. Anfang Februar waren in Aşmê bei einem türkischen Drohnenangriff ein zweijähriges Kind getötet sowie acht weitere Menschen teils schwer verletzt worden.

Bomben auf Al-Abd-Al-Jumaa

Die Kleinstadt Ain Issa wurde ebenfalls von türkisch-dschihadistischen Besatzungstruppen erfasst. Im Dorf Al-Abd-Al-Jumaa im Osten von Ain Issa waren laute Explosionen zu hören. Die meisten Geschosse gingen in Anbauflächen nieder, wie auf einem Video von Hawar News (ANHA) zu sehen ist.

Krieg ohne Aufmerksamkeit

Die Türkei führt seit Jahren einen Krieg gegen die Demokratische Selbstverwaltung in der Region Nord- und Ostsyrien (DAANES); weite Gebiete im Grenzstreifen wurden von dem NATO-Staat bereits besetzt, unzählige Zivilist:innen getötet und verletzt. Angriffsziele sind Menschen, die als „terroristische Bedrohung“ für die nationale Sicherheit betrachtet und in irgendeiner Weise in Zusammenhang mit der PKK gestellt werden. Darunter fallen aus dieser Sicht die gesamte Zivilbevölkerung, militärische Verbände und Einrichtungen der Autonomieverwaltung. Zahlreiche Organisationen und Gremien, darunter auch der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags, weisen auf Verstöße der Türkei gegen das Gewaltverbot hin, da keine Selbstverteidigungssituation vorliegt. Die internationale Gemeinschaft ignoriert den Krieg gegen die DAANES. Erst am Mittwoch waren zwölf Menschen durch eine türkische Luftangriffsserie in Şedadê getötet worden.