Tell Rifat: Widerstand gegen türkische Angriffe

Der türkische Staat hat heute erneut Tell Rifat in Nordsyrien angegriffen. Ein Anwohner kam ums Leben, mehrere Menschen wurden verletzt. Die Bewohner wollen sich trotzdem nicht einschüchtern lassen.

Nach der türkischen Militärinvasion in Efrîn im vergangenen Jahr mussten Hunderttausende Menschen ihre Heimat verlassen. Die meisten von ihnen sind in den benachbarten Kanton Şehba gegangen. Weil sie die Hoffnung auf eine Rückkehr nicht aufgeben, wollen sie in der Nähe bleiben. Aber auch in Şehba sind sie den Angriffen der türkischen Besatzungsmacht ausgesetzt.

Bei den heutigen Artillerieangriffen auf die kleine Stadt Tell Rifat und ihre Umgebung ist der 48-jährige Emin Ibrahim Çavuş getötet worden. Çavuş war Ezide und stammte aus dem Dorf Bafulunê im Kreis Şera in Efrîn. Zwei weitere Zivilisten wurden verletzt.

In der Kreisstadt Tell Rifat sind heute Morgen 25 Mörsergranaten eingeschlagen. Viele Wohnhäuser wurden getroffen, so auch das Haus von Hisen Mihemed. Als er morgens Brotkaufen ging, wurde ein Großteil seines Hauses zerstört. „Die Welt sollte zu diesen Angriffen des türkischen Staates nicht schweigen“, sagt er und fügt hinzu: „Wir werden unseren Widerstand gegen alle Angriffe fortsetzen.“

Auch das Haus von Firuz Mistefa ist durch Granateinschläge beschädigt worden. „Wir mussten unsere Heimat aufgrund der türkischen Angriffe verlassen und leben jetzt als Flüchtlinge. Aber wir leben als Araber und Kurden zusammen. Der türkische Staat greift uns ständig an. Die Angriffe müssen endlich gestoppt werden“, fordert Firuz Mistefa.