Hoher Andrang im Trauerzelt für getötete Aktivistinnen

Seit heute früh wird in Qamişlo ein Trauerzelt besucht, in dem Beileidsbekundungen für Zehra Berkel, Hebûn Mele Xelîl und Amina Waysî erbracht werden. Die Aktivistinnen sind am Dienstag in Kobanê bei einem türkischen Drohnenangriff ums Leben gekommen.

Die Anteilnahme der Trauernden nach dem tödlichen Drohnenangriff der Türkei auf Zehra Berkel, Hebûn Mele Xelîl und Amina Waysî ist überwältigend. Etliche Menschen haben in der nordostsyrischen Stadt Qamişlo bereits das Trauerzelt besucht, in dem Beileidsbekundungen für die drei Frauen erbracht werden. Die extralegale Hinrichtung der Aktivistinnen der Frauenbewegung in Rojava durch einen türkischen Drohnenangriff auf ein Wohnhaus in Kobanê am vergangenen Dienstag hatte Entsetzen ausgelöst. Weltweit gingen Menschen auf die Straße und protestierten gegen die Gewalt an Frauen durch die Türkei und ihre Besatzungstruppen.

Das Trauerzelt für die Aktivistinnen befindet sich am Gefallenenfriedhof Delîl Saruxan und wurde gemeinsam von der Frauenbewegung Kongreya Star und dem Angehörigenrat von Gefallenen aufgeschlagen. Seit heute früh treffen immer mehr Menschen aus der Cizîrê-Region ein, insbesondere Repräsentant*innen politischer Parteien und der Zivilgesellschaft sind gekommen, um den Angehörigen der getöteten Aktivistinnen Trost zu spenden.

Auch Hediye Şemo aus dem Vorstand von Kongreya Star ist vor Ort. In einer Ansprache sagte die Aktivistin, dass der gezielte Anschlag auf ihre Weggefährtinnen Zehra Berkel, Hebûn Mele Xelîl und Amina Waysî ein Angriff des türkischen Staates auf den freien Willen der Frauen sei, die die Revolution von Rojava anführten. Hevîn Seyit erklärte im Namen der Gefallenenfamilien: „Wir fühlen uns der Widerstandslinie derer, die ihr Leben für die Verteidigung ihres Mutterlandes geopfert haben, tief verbunden. Deshalb werden wir ihren Weg fortsetzen.”