Todesfasten von MLKP-Gefangenen: Ihr Zustand ist kritisch

Die beiden Gefangenen Kadir Karabak und Esat Naci Yıldırım befinden sich seit 66 Tagen im Todesfasten. Ihre Anwälte machen auf den kritischen Zustand der beiden aufmerksam.

Im F-Typ Gefängnis von Wan (Van) befinden sich Kadir Karabak und Esat Naci Yıldırım, beide wegen Mitgliedschaft in der Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei (MLKP) in Haft, seit nunmehr 66 Tagen im Todesfasten.

Die beiden Gefangenen waren nach Angaben ihrer Anwälte ins Todesfasten getreten, nachdem im Hof des Gefängnisses ein aus engmaschigem Stacheldraht bestehendes Dach installiert worden ist. Auf diese Weise haben die Gefangenen keine Möglichkeit mehr den Himmel zu erblicken, da der Hof in einen überdachten Käfig verwandelt worden ist. Die Gefangenen wollen ihr Todesfasten so lange fortsetzen, bis das Dach wieder abgebaut wird.

Kadir Karabak berichtet seinen Anwälten, dass ihm seit Beginn des Todesfastens die Briefe seiner Frau nicht mehr ausgehändigt werden und seine kurdischsprachigen Bücher beschlagnahmt worden sind. Er habe seit Beginn der Aktion 23 Kilogramm Gewichtsverlust erlitten, leide an Kopf- und Muskelschmerzen. Esat Naci Yıldırım bekräftigt, dass sie ihre Aktion fortsetzen werden, bis ihre Forderungen erfüllt sind. Er habe bislang 7 Kilogramm Gewicht verloren und leide auch an Kopf- und Muskelschmerzen. Wie die Anwälte erfuhren, habe die Gefängnisleitung zudem die Beschlagnahmung von Salz und Zucker in den Zellen der beiden Gefangenen angeordnet.

Anordnung aus Ankara

Die Anwälte der Gefangenen sprachen auch mit der Gefängnisleitung über das Todesfasten und die Forderungen ihrer Mandanten. Die Gefängnisleitung gab an, dass das Stacheldrahtdach auf Anordnung des Justizministeriums in Ankara angebracht worden sei. Das Gefängnis in Wan sei hierfür als Pilotprojekt zur Umsetzung dieser Maßnahme ausgewählt worden.