HPG: Internationalist Erdal Tolhildan in Xakurke gefallen

Der internationalistische Revolutionär Erdal Tolhildan ist bei einem türkischen Angriff im Guerillagebiet Xakurke in Südkurdistan gefallen.

Der Guerillakämpfer Erdal Tolhildan ist am 13. August bei einem türkischen Angriff auf das Gebiet Goşînê in der südkurdischen Region Xakurke gefallen. Das teilt das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) mit: „Unser Weggefährte Erdal hat sich der Guerilla in der Überzeugung angeschlossen, dass unsere Partei PKK und Rêber Apo [Abdullah Öcalan] ein freies Zusammenleben der Völker garantieren. Er hat sich für die Freiheit und ein würdevolles Leben der Völker der Türkei verantwortlich gefühlt und sein gesamtes Kampfleben in diesem Bewusstsein geführt. Mit dieser Besonderheit war er für alle Genossinnen und Genossen ein vorbildlicher Militanter. Er setzte das Kampferbe unserer führenden Kommandanten Haki Karer und Kemal Pir fort und wollte es in die Völker der Türkei übertragen. In diesem Sinne hat er wichtige Arbeit geleistet. Wir geben unser Wort, dass wir den Kampf für den Traum unseres Genossen Erdal und aller Gefallener von einem demokratischen und freien Land fortsetzen werden.“

Die HPG weisen darauf hin, dass Abdullah Öcalan von Anfang an einen internationalistischen Ansatz verfolgt hat und die PKK mit der Devise eines gemeinsamen Kampfes der Völker entstanden und gewachsen ist. Diese Einstellung habe das Interesse revolutionärer Menschen jeder Herkunft geweckt und die Berge Kurdistans seien zur Grundlage dieses Kampfes geworden.

Zur Identität von Erdal Tolhildan machen die HPG folgende Angaben:

                                    

   

Codename: Erdal Tolhildan
Vor- und Nachname: Afşin Sancar Aybar
Geburtsort: Balıkesir
Namen von Mutter und Vater: Hülya – Ismail
Todestag und -ort: 13. August 2022 / Xakurke

 

 

Erdal Tolhildan ist in Balıkesir in der Westtürkei geboren. Als Gymnasialschüler beschäftigte er sich mit den zerstörerischen Auswirkungen des kapitalistischen Systems auf die Menschheit und dem Zusammenhang mit Kriegen und Konflikten, den dieses System für seinen Fortbestand braucht. Er war davon überzeugt, dass eine andere Welt möglich ist. Auf seiner Suche nach Alternativen las er auch die Schriften von Abdullah Öcalan und wollte den kurdischen Befreiungskampf trotz der schwarzen Propaganda des türkischen Staates besser kennenlernen. Während seines Studiums in Istanbul wurde er 2015 politisch aktiv und hatte Kontakt zu verschiedenen politischen Gruppen, darunter auch die kurdische Jugendbewegung. Während des Widerstands für Selbstbestimmung in Nordkurdistan ging er in die Region und wurde Zeuge des brutalen Vorgehens der türkischen Sicherheitskräfte gegen das kurdische Volk. Unter diesem Eindruck engagierte er sich in der Jugendbewegung und geriet ins Visier des Staates. Er wurde verhaftet und verbrachte eine Zeit im Gefängnis. Nach seiner Entlassung schloss er sich 2016 als internationalistischer Revolutionär der kurdischen Guerilla an.

Die Berge Kurdistans waren Neuland für ihn, aber er beteiligte sich mit großem Enthusiasmus am Guerillaleben. Nach seiner Grundausbildung ging er nach Xakurke in die Praxis. Mit seiner kämpferischen Persönlichkeit und seiner genossenschaftlichen Haltung gelang es ihm, alle Schwierigkeiten im Guerillaleben zu überwinden. Er entwickelte sich zu einem kompetenten Kämpfer und beteiligte sich gleichzeitig mit großem Einsatz an der Medienarbeit, um den Widerstand der Guerilla bekannt zu machen. Dabei folgte er der Tradition von führenden Köpfen der sozialistisch-revolutionären Bewegung der Türkei wie Deniz Gezmiş, Mahir Çayan und Ibrahim Kaypakkaya und übernahm das Erbe der gefallenen PKK-Kader Haki Karer und Kemal Pir.

Die HPG sprechen der Familie von Erdal Tolhildan und allen Völkern, die an der Seite des kurdischen Befreiungskampfes stehen, ihr Beileid aus und erklären, dass der Kampf der Gefallenen weitergeht.