Haftstrafen gegen Filmemacher von „Bakur“ gefordert

Die Regisseure des Dokumentarfilms „Bakur“, Çayan Demirel und Ertuğrul Mavioğlu, sollen bis zu fünf Jahren Haft wegen „Propaganda“ verurteilt werden.

Im Prozess gegen die Filmemacher Çayan Demirel und Ertuğrul Mavioğlu fordert die Staatsanwaltschaft bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe wegen „Propaganda für eine terroristische Organisation“ für ihren gemeinsamen Film „Bakur“ (Norden).

Der 2015 erschienene Film beschäftigt sich mit der kurdischen Guerilla im Zusammenhang mit der Rückzugsentscheidung der PKK aus Nordkurdistan im Rahmen des Friedensprozesses zwischen 2013 und 2015. Heute fand die dritte Verhandlung vor dem 2. Schwurgerichtshof von Batman statt.

Die Staatsanwaltschaft forderte eine Verschärfung der Strafe, da sie ihre „Tat“ über die Medien begangen hätten. Demgegenüber erklärte die Anwältin Meral Hanbayat: „Mit diesem Verfahren diskutieren wir zum ersten Mal die Grenzen der Freiheit des künstlerischen Ausdrucks und wir sind gezwungen, diese zu verteidigen. Bisher stand noch kein Regisseur wegen einem Film vor dem Schwurgerichtshof. Dies war bisher eine Methode von Ländern wie dem Iran.“

Der Prozess wurde auf den 3. April 2019 vertagt.

Über den Dokumentarfilm

Der Film „Eine Guerilladokumentation: Bakur (Norden)“ sollte auf dem 34. Istanbuler Filmfestival außerhalb des Wettbewerbs gezeigt werden. Die Vorführung wurde jedoch durch die Festivalleitung vier Stunden vor der geplanten Vorführung abgesagt.

Bakur dokumentiert den Alltag und das politische Leben der Guerilla und zeigt auch den Rückzug der PKK aus den Bergen nach 2013.