„Dieses Land versteht nur eins: Streik! Streik! Streik!“

Am Wochenende fand das zweite bundesweite Vernetzungstreffen des Frauen*- und feministischen Streiks in Berlin statt. Zum Abschluß des Treffens gingen die Teilnehmer*innen lautstark auf die Straße: „Achter März ist alle Tage – das ist eine Kampfansage!“

Vom 15.–17. Februar fand das zweite bundesweite Vernetzungstreffen des Frauen*- und feministischen Streiks in Berlin mit 300 Teilnehmer*innen aus über 35 lokalen Gruppen statt. Das Vernetzungstreffen startete am Freitagabend mit einem Paneel zum Thema „Wie streiken? Aus den Erfahrungen anderer lernen“. Ligia von NiunaMenos aus Argentinien, Silvia von Nonunadimeno Italien, Marta vom Frauenstreik aus Polen und Gisela Notz, die beim Streik 1994 dabei war, berichteten von ihren Erfahrungen. Am Samstagmorgen fand ein internationalistisches Paneel statt. Themen waren der Kampf der Frauen in Iran gegen das Kopftuchverbot sowie gegen religiösen Fanatismus und Imperialismus. Sozdar Kocer stellte die Kämpfe der kurdischen Frauen dar. Im Anschluss an die kurzen Impulsreferate wurde mit den Frauen diskutiert, inwiefern diese Kämpfe mit dem Frauenstreik in Deutschland verbunden sind. Sozdar Kocer wies darauf hin, dass die kurdischen Frauen aufgrund von Kriegen auch überall in Deutschland organisiert sind. Sie werden sich auch am Frauenstreik beteiligen, darüber hinaus seien sie aber das ganze Jahr über politisch aktiv. Sie beschrieb die Situation von Leyla Güven, die sich seit über hundert Tagen im Hungerstreik befindet, um ein Ende der Isolation Abdullah Öcalans zu fordern und damit die Voraussetzungen für Friedensverhandlungen.

Neben vielen verschiedenen Workshops zu Themen wie Streiken mit unsicherem Aufenthaltsstatus, internationale Vernetzung, Presse- und Medienarbeit und antimuslimischer Rassismus wurden gemeinsame Forderungen diskutiert und verabschiedet. Das Abschlussplenum der 2. bundesweiten Vernetzung fordert, die Benachteiligung von Frauen* sozialer Absicherung zu stoppen, Asylsuchende Frauen* zu unterstützen statt zu gefährden, Schluss mit der Einteilung in Migrantinnen* und Deutsche, Schluss mit der Spaltung, eine effektive Bekämpfung der Gewalt an Frauen*, Interpersonen und nicht-binären Menschen, ein Recht auf körperliche und geschlechtliche Selbstbestimmung, KiTas für die Gesellschaft, ein Ende der Ausgrenzung von Frauen* mit Behinderungen, Stopp der deutschen Rüstungs- und Kriegspolitik als globale Bedrohung, besonders für Frauen* sowie ein nachhaltiges Wirtschaften und ein gesundes Leben für alle! Unterstützt wurde das Treffen von solidarischen Männern, die an diesem Tag das Kochen, Aufräumen, Abwaschen und Kinderbetreuen für die Aktivist*innen übernahmen. Am Sonntag endete das Vernetzungstreffen mit einer kleinen bunten Aktion auf den Straßen Berlins. Ausgerüstet mit Gummihandschuhen, Putzlappen, Besen und Töpfen zogen die Teilnehmer*innen auf die Straße und riefen Slogans wie „Achter März ist alle Tage – das ist eine Kampfansage!“, „Dieses Land versteht nur eins: Streik! Streik! Streik!“, „My body, my choice – raise your voice!“, „Kinder kriegen oder nich, das bestimm nur ich!“ und „Jin, Jiyan, Azadî!“

Weitere Infos wie der Streikaufruf, Streikideen, Ortsgruppen, Termine und Mobimaterial finden sich auf www.frauenstreik.org