Rojava-Abend in Bologna: Mehr als eine Feier

Im Sozialzentrum Làbas in Bologna hat eine Veranstaltung zum zwölften Jahrestag der Revolution in Rojava stattgefunden. Die Aktivist:innen gedachten der Gefallenen und prangerten die türkischen Verbrechen in Kurdistan an.

Zwölf Jahre Revolution in Rojava

Anlässlich des zwölften Jahrestages der Rojava-Revolution hat in Bologna eine Feier im Sozialzentrum Làbas stattgefunden. Mit einem Miniaturmodell wurde für ein Crowdfunding für den Wiederaufbau des Kinos in Amûdê geworben. Die Aktivist:innen gedachten der Gefallenen, von einigen waren Bilder im Raum ausgestellt. Ein aufgehängtes Transparent galt der Unterstützung des Guerillakampfes in Kurdistan. Zu der Veranstaltung kamen viele Menschen. Ein Làbas-Aktivist, der ursprünglich aus Ghana stammt, bereitete zu diesem Anlass ein Abendessen zu, dessen Erlös für das Crowdfunding des Kinos in Amûdê gespendet wurde.


Experiment der Selbstverwaltung von unten

„In der Nacht des 19. Juli 2012 erhob sich die Stadt Kobanê im Norden Syriens und proklamierte ihre Autonomie von der Zentralregierung. Bald schlossen sich weitere Städte dem revolutionären Projekt an, so dass die konföderale Revolution von Rojava entstand, die auf den Prinzipien von Abdullah Öcalan beruht“, erklärten die Làbas-Aktivist:innen zu ihrer Veranstaltung. Es handele sich um ein Experiment der Selbstverwaltung von unten, bei dem alle Bevölkerungsgruppen vertreten seien und es möglich sei, das Modell des Nationalstaats zu überwinden. Im Mittelpunkt des Projekts stehe die Rolle der Frau und der Umsturz der patriarchalischen Gesellschaft sowie die Beachtung der Ökologie.

Mehr als eine Jubiläumsfeier

Die Resonanz auf die Revolution in Rojava und die Bedeutung ihrer Prinzipien habe im Laufe der Jahre Menschen aus der ganzen Welt dazu veranlasst, sich den YPG und YPJ anzuschließen. Einige von ihnen seien im Kampf für die Ideale des demokratischen Konföderalismus ums Leben gekommen. „Dieser Jahrestag fällt in eine Zeit, in der die Türkei in Baschur (Südkurdistan) einmarschiert und es militarisiert, den internen Verrat in der Region und das internationale Schweigen ausnutzt und wieder einmal Dschihadisten anheuert. Rojava wird immer noch von der Türkei überfallen und angegriffen. Wir sehen diesen Abend nicht nur als Feier eines Jahrestags, sondern als einen Moment der Anprangerung der türkischen Verbrechen und der Unterstützung für die kurdische Bevölkerung.“