Protest gegen PKK-Verbot vor der deutschen Botschaft in London

Vor der deutschen Botschaft in London haben Aktivist:innen gegen das PKK-Verbot protestiert. „Das PKK-Verbot ist unbegründet und unmoralisch und dient dem Faschismus“, erklärten die Demonstrant:innen, bevor sie von der Polizei angegriffen wurden.

Vor vielen deutschen Vertretungen in Europa haben am Samstag zeitgleich zu der Demonstration „PKK-Verbot aufheben, Demokratie stärken“ in Berlin Proteste gegen die Kriminalisierung der kurdischen Bewegung stattgefunden. Auch vor der deutschen Botschaft in London protestierten Aktivist:innen gegen das Betätigungsverbot für die PKK in Deutschland und die Einstufung der PKK als terroristische Vereinigung durch die EU. Die Teilnehmenden trugen PKK-Fahnen und Flaggen mit der Aufschrift „Freiheit für Abdullah Öcalan“. Auf einem Transparent stand „Die PKK kämpft für kurdische Rechte, die PKK ist nicht terroristisch“.


Aso Kerimi, Ko-Vorsitzender des kurdischen Volksrats in London, forderte von Deutschland ein Ende der Kriminalisierungspolitik und bezeichnete den Umgang mit den drei Millionen Kurdinnen und Kurden in Europa als Schande für jeden Rechtsstaat. Aso wies auf die seit Jahrzehnten andauernde Unterdrückung des kurdischen Volkes durch den türkischen Staat hin und sagte, dass das PKK-Verbot im Dienste eines diktatorischen Regimes stehe: „Die PKK ist eine Bewegung, die für Frauenbefreiung und ein gleichberechtigtes Zusammenleben aller Identitäten im Nahen Osten kämpft. Diese Bewegung hat für die gesamte Menschheit gegen den IS gekämpft und die islamistische Terrororganisation besiegt. Das PKK-Verbot verhindert eine Demokratisierung und unterstützt den Diktator Erdogan, der mit seiner IS-Mentalität Chaos und Krisen im Nahen Osten verursacht. Für eine demokratische Lösung der kurdischen Frage muss das PKK-Verbot aufgehoben und die PKK von der Terrorliste der EU gestrichen werden. Das PKK-Verbot ist unbegründet und unmoralisch und dient dem Faschismus.“

Wir sind Kurden und wir sind alle PKK“

Nach dieser Rede kam es zu einem Polizeiübergriff auf die friedliche Kundgebung. Die Polizei nahm Aktivist:innen fest und beschlagnahmte Fahnen. Im Zuge der Intervention entstand eine erregte Auseinandersetzung. Die kurdische Aktivistin Beritan Slemani brachte ihre Wut zum Ausdruck und sagte: „Es ist die PKK, die für die Würde der gesamten Menschheit gegen die IS-Barbarei, Diktatoren und Faschisten kämpft. Wir sind Kurden und wir sind alle PKK. Ihr könnt uns nicht als Terroristen bezeichnen, und ihr könnt die PKK nicht verbieten.“

Während die Polizei die Personalien einzelner Aktivist:innen aufnahm, wurde der Protest fortgesetzt. „Shame on you“, wurde immer wieder gerufen. Nachdem alle Aktivist:innen wieder frei waren, wurde vor der deutschen Botschaft zu kurdischen Liedern getanzt.