Langer Marsch für kurdische Einheit erreicht Genf

Nach einem Zwischenstopp in Renens ist der lange Marsch nach Genf fortgesetzt worden. Über hundert Persönlichkeiten aus allen vier Teilen Kurdistans beteiligen sich an der Demonstration, mit der für eine innerkurdische Einheit geworben wird.

In Lausanne hat am Donnerstag ein langer Marsch nach Genf begonnen. Über hundert Persönlichkeiten aus allen vier Teilen Kurdistans wollen mit der zweitägigen Aktion für eine innerkurdische Einheit werben und die Vereinten Nationen (UN) zum Handeln gegen die Aggression der Türkei auffordern.  

Der erste Tag des Marsches endete gestern Abend mit einer Podiumsdiskussion in der Gemeinde Renens. Den feierlichen Abschluss der gut besuchten Veranstaltung bildete ein Konzert der Kunstschaffenden, die sich an dem Marsch beteiligen. Höhepunkt war das kurdische Marschlied „Herne Pêş“ (deutsch in etwa: Nach vorn). Der Text stammt aus der Feder des aus Nisêbîn (Nusaybin) stammenden Dichters Mele Ehmedê Namî. Die Musik dazu komponierte Şivan Perwer, der zu den Teilnehmenden des Marschs zählt.

Der zweite Tag der Demonstration, die unter dem Motto „Ji Bo Têkbirina Dagirkeriyê Yekîtiya Netewî Ava Bikin“ (Nationale Einheit aufbauen, um die Besatzung zu besiegen) steht, begann am Vormittag auf dem Genfer Place de Neuve und zog zum Büro der Vereinten Nationen. Damit sollen die UN und andere internationale Institutionen dazu aufgefordert werden, sich nicht durch ihr Schweigen zu der türkischen Besatzung Nordsyriens zu Partnern der Türkei bei der völkerrechtswidrigen Invasion zu machen. Gefordert werden konkrete Sanktionen, um den Angriffskrieg zu stoppen. Dazu gehören:

-Eine baldige Zusammenkunft aller kurdischen Parteien und Organisationen, um eine nationale Einheit zu entwickeln

-Schritte für eine gemeinsame Strategie, Verteidigung und Diplomatie. In diesem Sinne werden Intellektuelle und Kunstschaffende aufgerufen, eine Rolle bei der Gewährleistung der nationalen Einheit einzunehmen.

-Sofortiger und bedingungslose Abzug der türkischen Armee aus Efrîn und dem Rest von Nord- und Ostsyrien.

-Schließung des nordsyrischen Luftraums (mit Ausnahme der humanitären Hilfe) zum Schutz der Bevölkerung.

-Stationierung von internationalen Truppen unter UN-Aufsicht im türkisch-syrischen Grenzgebiet.

-Anerkennung der Autonomieverwaltung Nord- und Ostsyriens und die Einbeziehung ihrer Repräsentant*innen in die Verhandlungen des UN-Komitees zur Ausarbeitung einer neuen Verfassung für Syrien.

-Gewährleistung der sicheren Rückkehr von Vertriebenen in Rojava und Schadensersatz.

-Waffenembargo gegen die Türkei, um ethnische Säuberungen in Rojava zu verhindern.

-Boykott des türkischen Tourismus und türkischer Firmen, die den Krieg finanzieren.