Kampagne: Wasser ist keine Waffe, Wasser ist Leben!

Mit der Kampagne „Wasser für Rojava“ werden Spenden für den Aufbau der Wasserinfrastruktur in Nordostsyrien gesammelt.

Der Verein Solidarity Economy Association arbeitet mit Aborîya Jin (Frauen-Ökonomie) in Nord- und Ostsyrien, der gemeinnützigen NGO Un Ponte Per (Italien), der in Großbritannien registrierten Wohltätigkeitsorganisation Heyva Sor a Kurdistanê (Kurdischer Roter Halbmond), Roots for Change (Schweiz) und der Kampagne „Save the Tigris“ zusammen und hat die Kampagne „Wasser für Rojava“ gestartet. Damit sollen 100.000 Pfund für die Wasserinfrastruktur in Nordostsyrien aufgebracht werden. Eine kleine private Stiftung in Großbritannien, die bereits früher Projekte in der Region unterstützt hat, hat sich bereit erklärt, ein Angebot für eine zusätzliche Match-Finanzierung zu unterbreiten, um das Projekt in Gang zu bringen: Sie wird ein Pfund für jedes der ersten gesammelten 50.000 Pfund spenden. Das bedeutet, dass nur 50.000 Pfund gesammelt werden müssen, um das Ziel von 100.000 Pfund zu erreichen.

Der Fonds soll Frauenkooperativen und demokratischen Kommunen in Rojava bei Projekten wie der Instandsetzung der durch Bombenangriffe beschädigten Infrastruktur helfen. Mit dem Geld sollen zudem das Graben von Brunnen und der Bau von Wasserpumpen in Flüchtlingslagern und die Finanzierung langfristiger Projekte wie kooperative landwirtschaftliche Bewässerungssysteme und Flussreinigungsinitiativen unterstützt werden.

Zum Hintergrund heißt es in dem Kampagnenaufruf:

In der Region Nord- und Ostsyrien, die auch unter dem kurdischen Namen Rojava bekannt ist, wird seit 2012 ein demokratisches Selbstverwaltungssystem aufgebaut - ein System, das auf Basisdemokratie, Ökologie und Frauenbefreiung basiert, in dem alle verschiedenen ethnischen und religiösen Gemeinschaften zu ihren eigenen Bedingungen durch Autonomie, Selbstbestimmung und Gleichberechtigung zusammenleben können. Frauen stehen an der Front und im Zentrum dieser Bewegung.

Aber jetzt steht Rojava vor einigen großen Bedrohungen: Krieg, Embargo, Wasserknappheit. Als die Revolution in Rojava begann, war der Grundwasserspiegel sehr niedrig, was hauptsächlich auf die industrielle Monokultur in der Landwirtschaft zurückzuführen war, die das syrische Regime in den letzten vier Jahrzehnten gefördert hatte, sowie auf den Rückgang der Niederschläge infolge der globalen Klimakrise.

Im Jahr 2015 begann die Türkei, Wasser als Waffe gegen Rojava einzusetzen, indem sie das Wasser der Flüsse zurückhielt, die von der Türkei nach Syrien durch die Dämme fließen, die sie in den letzten zwanzig Jahren gebaut hat.

Dann, im Oktober 2019, drangen türkische Staatstruppen in einige Gebiete Nord- und Ostsyriens ein, darunter die Region Serekaniye, die fast eine halbe Million Menschen in der Region um Hasakah mit Wasser versorgt. Die Wasserstation Alouk in Serekaniye wurde am ersten Tag derInvasion unter Beschuss genommen. Seither wurde diese repariert und dann immer wieder außer Betrieb genommen.

Seit dem Beginn der Invasion in Serekaniye haben die türkischen Streitkräfte und ihre Verbündeten weiterhin die Wasserinfrastruktur angegriffen, neu angelegte Obstgärten verbrannt und die Flüsse aufgestaut, die Syrien mit Süßwasser und Elektrizität versorgen. Hunderttausende von Menschen sind derzeit ohne sicheres und zuverlässiges Trinkwasser.

Diese Situation wird durch die Bedrohung durch Covid-19 noch erheblich verschärft. In Zeiten dieser Pandemie ist der Zugang zu Wasser lebenswichtig.

„Inmitten einer globalen Pandemie, die ausgeklügelte Regierungs- und Infrastruktursysteme überlastet, haben die türkischen Behörden die Wasserversorgung der am stärksten belasteten Regionen in Syrien abgeschnitten", sagte Michael Page, stellvertretender Direktor für den Nahen Osten bei Human Rights Watch: „Die türkischen Behörden sollten alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Wasserversorgung dieser Gemeinden unverzüglich wieder aufzunehmen.“