Weitere Corona-Fälle in Nord- und Ostsyrien

In Nord- und Ostsyrien ist die Zahl der festgestellten Corona-Infektionen auf 182 gestiegen. Die Dunkelziffer dürfte weit höher liegen. Bisher sind zehn an COVID-19 erkrankte Menschen gestorben.

Der Ko-Vorsitzende des Gesundheitskomitees von Nord- und Ostsyrien, Ciwan Mistefa, hat die aktuellen Corona-Zahlen bekannt gegeben. Demnach wurden elf weitere Infektionen festgestellt. Sechs Fälle entfallen auf die Region Cizîrê, drei auf Kobanê und zwei auf den Kanton Şehba. 17 Personen gelten als genesen. Zehn an COVID-19 erkrankte Menschen sind gestorben.

Die Zahl der Corona-Fälle in Nord- und Ostsyrien liegt damit offiziell bei 182. Aufgrund mangelnder Testkapazitäten dürfte die Dunkelziffer weit höher liegen. Insbesondere die eng bewohnten Flüchtlingslager stellen eine große Gefahr für die Bewohner*innen dar. Internationale Unterstützung wird dringend benötigt. Der Kurdische Rote Halbmond (Heyva Sor a Kurd) und die Menschenrechtsorganisation Efrîn haben sich am Montag mit einem dringenden Unterstützungsappell an die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF und das Internationale Rote Kreuz gewendet.

Die Autonomiegebiete hatten die Pandemie dank frühzeitiger Kontaktbeschränkungen zunächst gut im Griff und konnten sich mit weitgehend geschlossenen Grenzen und strikten Quarantäneauflagen monatelang erfolgreich abgeschotten. Inzwischen findet ein rasanter Anstieg der Infektionszahlen statt. Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten, insbesondere in Regionen, die an Regimegebiete grenzen. Dramatisch könnte es vor allem auch im Kanton Şehba werden, in dem seit 2018 Hunderttausende Flüchtlinge aus Efrîn in Zeltstädten und Notbehausungen leben.