Kundgebung in Celle zum internationalen Tag der Menschenrechte

Abdullah Öcalan sitzt seit über 24 Jahren in türkischer Isolationshaft. Die Stimme des kurdischen Vordenkers hallte am Sonntag dennoch durch die Celler Innenstadt. Es war der internationale Tag der Menschrechte.

Abdullah Öcalan sitzt seit über 24 Jahren in türkischer Isolationshaft. Die Stimme des kurdischen Vordenkers hallte am Sonntag dennoch durch die Celler Innenstadt. Es war der internationale Tag der Menschrechte – und „Global Öcalan Books Day!“

Die Ortsgruppen von „Defend Kurdistan“ und „Women Defend Rojava“ holten sich virtuell Unterstützung von Konstantin Wecker. Der Liedermacher ist derzeit auf Tour und liest aus Öcalans Buch „Jenseits von Staat, Macht und Gewalt“. Für Wecker ist klar: „Eine gerechte und friedliche Lösung für die Menschen in Kurdistan setzt die Freilassung von Abdullah Öcalan voraus.“

Verstöße gegen die UN-Menschenrechtscharta durch die Türkei sind dokumentiert. Für die internationale Gemeinschaft ist es maximal eine Randnotiz: „In der EU und in der NATO spielen Abschreckung und Abschottung eine wichtigere Rolle als Menschenrechte. Anders lässt sich das Schweigen zur Inhaftierung Öcalans und der Krieg der Türkei gegen die kurdischen Gebiete in Syrien und im Irak nicht erklären. Darauf wollten wir mit dem bundesweiten Öcalan-Buchtag aufmerksam machen“, sagt Juliane Rieder von der Defend-Kurdistan-Ortsgruppe Celle.


Neben Ausschnitten von Konstantin Wecker wurden Zitate aus den Werken von Abdullah Öcalan vorgelesen, die Passant:innen zum Nachdenken anregen sollten. Die Befreiung der Frau aus den Fängen des Patriarchats spielt bei Öcalan eine wichtige Rolle: „Solange die Natur der Frau im Dunkeln bleibt, lässt sich die gesamte gesellschaftliche Natur nicht erhellen.W Für ihn ist das eine Utopie. „Aber manchmal sind Utopien die einzig rettende Inspiration.“