HPG veröffentlichen Identitäten von Gefallenen

Das Pressezentrum der HPG gibt die Identitäten von fünf im Jahr 2016 in den Medya-Verteidigungsgebieten gefallenen Guerillakämpfern bekannt.

Das Pressezentrum der Volksverteidigungskräfte (HPG) gibt die Identitäten der am 20. September 2016 bei einem türkischen Angriffen auf die Medya-Verteidigungsgebieten gefallenen Guerillakämpfer Azad Amed, Derman Colemêrg, Aso Rênaz, Berxwedan Botan und Dewran Baz bekannt und spricht ihren Familien und dem Volk Kurdistans ihr Beileid aus. Die HPG versprechen, die Freiheitsträume der Gefallenen zu verwirklichen.

Codename: Azad Amed
Vor- und Nachname: Serdar Arslan
Geburtsort: Amed
Namen von Mutter und Vater: Basrai – Ahmet
Todestag und -ort: 20. September 2016 / Medya-Verteidigungsgebiete
Codename: Dewran Baz
Vor- und Nachname: Veysi Yakut
Geburtsort: Amed
Namen von Mutter und Vater: Havva – Mahmut
Todestag und -ort: 20. September 2016 / Medya-Verteidigungsgebiete
Codename: Derman Colemêrg
Vor- und Nachname: Nurettin Timur
Geburtsort: Colemêrg
Namen von Mutter und Vater: Nadire – Faris
Todestag und -ort: 20. September 2016 / Medya-Verteidigungsgebiete
Codename: Aso Rênas
Vor- und Nachname: Yunus Zenger
Geburtsort: Şirnex
Namen von Mutter und Vater: Sultan – Ekrem
Todestag und -ort: 20. September 2016 / Medya-Verteidigungsgebiete
Codename: Berxwedan Botan
Vor- und Nachname: Seyithan Idiz
Geburtsort: Şirnex
Namen von Mutter und Vater: Zeliha – Süleyman
Todestag und -ort: 20. September 2016 / Medya-Verteidigungsgebiete


Azad Amed

 

Azad Amed wurde in einer patriotischen Familie in der nordkurdischen Metropole Amed (tr. Diyarbakır) geboren. Angesichts der systematischen Verfolgung und Unterdrückung der kurdischen Bevölkerung durch den türkischen Staat empfand er schon früh einen tiefen Widerspruch zum herrschenden System. Er stellte sich bereits in jungen Jahren gegen die Assimilationspolitik des türkischen Staates und empfand große Wut auf die Vernichtungspolitik gegenüber der kurdischen Identität. Auf dieser Grundlage entschloss sich Azad Amed, der Guerilla beizutreten. Für ihn war der Aufbau eines freien Kurdistans, in dem die kurdische Identität frei ausgelebt werden kann, die Grundmotivation. Je mehr Regionen in Kurdistan er kennenlernte und je tiefer er sich mit der apoistischen Ideologie beschäftigte, desto stärker wurde seine Verbundenheit mit dem Freiheitskampf. Er kämpfte von Gare bis Zap, von Xakurke bis Avaşîn und nahm an vielen revolutionären Aktivitäten teil. Durch sein Engagement gewann er schnell an Erfahrung und reifte zu einem Kommandanten heran. Er war zunächst im Kommando einer Einheit aktiv. Dann schloss er sich den Spezialeinheiten der HPG an, den Hêzên Taybet. Er kämpfte bis zum Tag, an dem er fiel, in den Reihen der Hêzên Taybet. Die HPG beschreiben sein Handeln als von größter Opferbereitschaft und Entschlossenheit zum Sieg geprägt.

Dewran Baz

Dewran Baz ist in der nordkurdischen Widerstandshochburg Licê in der Provinz Amed geboren. Unzählige Guerillakämpfer:innen kommen aus diesem Gebiet, in dem die PKK 1978 gegründet wurde. Die türkische Armee richtete schwerste Massaker in der Region an, verwüstete viele Dörfer und vertrieb die Bevölkerung. Dennoch halten die Menschen in der Region bis heute an ihrer Widerstandstradition und ihrer Verbundenheit mit der Guerilla fest. Dewran Baz stammte aus einer von diesen Verhältnissen geprägten patriotischen Familie. Viele Verwandte von ihm hatten sich der Freiheitsbewegung angeschlossen und vier Mitglieder seiner Familie waren bereits gefallen. In dieser Tradition wuchs Dewran Baz auf. Er hörte viel von seinen gefallenen Onkeln und seinen Cousins. Zwölf Jahre lang besuchte er die Schulen des türkischen Staates, und obwohl er sehr erfolgreich war, begriff er, dass diese Schulen nur der Assimilation dienten, und schloss sich dem Widerstand an. Er war tief von der Revolution in Rojava und den Kobanê-Aufständen in Nordkurdistan zwischen dem 6. und 8. Oktober 2014 beeindruckt. Um gegen den türkischen Faschismus und den von der Türkei unterstützten IS zu kämpfen, trat er der Guerilla bei. Er integrierte sich bald in das Leben in der PKK und entwickelte sich sowohl militärisch als auch ideologisch schnell weiter. Die HPG schreiben über ihn: „Unser Genosse Dewran wurde durch seine Haltung und seine Entschlossenheit von allen seinen Genoss:innen geliebt. Er fiel sehr früh als apoistischer Guerillakämpfer, der eine glänzende Zukunft für unsere Bewegung und unser Volk versprach. Er hinterließ jedoch ein Beispiel für eine mutige Haltung, auf die sowohl seine Familie als auch das gesamte kurdische Volk immer stolz sein und sich ein Beispiel nehmen werden.“

Derman Colemêrg

 

Derman Colemêrg trägt den Namen seiner Heimatstadt Colemêrg (tr. Hakkari). Er stammte aus einer patriotischen Familie aus dem für seine freiheitliche Haltung bekannten Stamm der Mamxurî. Von klein auf hörte er mit Interesse und Begeisterung die Berichte über Guerillaaktionen in den Zagros-Bergen und träumte davon, selbst ein Guerillakämpfer zu werden. Er besuchte Schule und Universität und spürte dort die Assimilationspolitik des türkischen Staates am eigenen Leib. Colemêrg gleicht einer Militärgarnison und Derman erlebte die täglichen Schikanen und Übergriffe der türkischen Kolonialmacht in seiner Heimat. Er bezog entschlossen Haltung gegen die Versuche des türkischen Staates, vor allem junge Menschen durch Drogen, Zwangsprostitution und Anwerbung zu Spitzeln zu korrumpieren. In diesem Sinne nahm er bereits früh an der Jugendbewegung teil. Anschließend wurde er als Milizionär für die Bewegung aktiv. Er war jedoch entschlossen, sich noch stärker für den Freiheitskampf einzusetzen, und so trat er der Guerilla bei. Seine ersten Schritte als Kämpfer ging er in Avaşîn. Als Hauptmotivation für seinen Beitritt benannte er die Befreiung, die dieser Schritt bedeute. Er betonte, dass es die größte Befreiung sei, die eigene Sprache zu sprechen, mit der eigenen Ideologie zu denken und auf der Grundlage der eigenen Überzeugungen zu leben. Es bereite ihm eine unbeschreibliche Freude, in die Berge zu gehen und dort frei zu leben. Die HPG schreiben über ihn: „Unser Freund Derman, der in allen Momenten seines Guerillalebens versuchte, neue Werte zu schaffen und nach diesen Werten zu leben, wurde zu einem beispielhaften apoistischen Kämpfer. Von dieser Haltung ist er bis zu seinem seinem Tod nie abgerückt und in die Geschichte des kurdischen Freiheitskampfes als ein Kämpfer eingegangen, auf den das Volk von Colemêrg immer stolz sein wird.”

Aso Rênas

 

Aso Renaz stammte aus dem Dorf Xirabê Şeref bei Hezex (tr. Idil) in der nordkurdischen Provinz Şirnex. Er wuchs im Harûnî-Stamm in einem patriotisch geprägten Umfeld auf. Schon als Kind lernte er die Guerilla kennen und empfand große Sympathie für die Kämpfer:innen. In seiner Jugend suchte er nach Wegen, um seine Entschlossenheit, etwas gegen den türkischen Faschismus unternehmen zu wollen, praktisch werden zu lassen. Vor dem Hintergrund der IS-Angriffe und der türkischen Massaker wuchs ihn ihm das Gefühl, Rache nehmen zu wollen, und er entschied sich zum Beitritt zur Guerilla. Nach seiner ersten Zeit in der Region Botan ging er in Medya-Verteidigungsgebiete, um in der Region Avaşîn seine ersten praktischen Schritte zu unternehmen. In der Guerilla lernte er sich selbst besser kennen, er war vom solidarischen, an humanistischen Werten orientierten Leben in der Guerilla zutiefst beeindruckt und bildete sich kontinuierlich weiter, um noch aktiver am Freiheitskampf teilnehmen zu können. Er kämpfte und fiel schließlich in der südkurdischen Region Avaşîn.

Berxwedan Botan

Berxwedan Botan stammte aus dem Teyî-Stamm in der für ihre Volksaufstände berühmten Region Cizîra Botan. Er wuchs in einem widerständigen Umfeld auf und lernte so von Anfang an den Freiheitskampf kennen. Er erlebte die Massaker des türkischen Staates, aber auch den mutigen Widerstand. Als einer seiner Onkel im Freiheitskampf fiel, stärkte dies nochmals seine Verbundenheit. Er ging zum Gymnasium, brach seine Schullaufbahn jedoch ab, um in Vollzeit in der Jugendbewegung zu arbeiten. Er war jedoch der Auffassung, dass der einzige Weg, den türkischen Kolonialfaschismus aus Kurdistan zu vertreiben, die Stärkung der Guerilla sei. Nach den Massakern von Cizîrê Anfang 2016 entschloss er sich zum Beitritt zur Guerilla. Seine ersten Schritte als Guerillakämpfer unternahm er in südkurdischen Region Heftanîn. Er war begeistert vom Leben in der Guerilla. Die HPG schreiben: „Er nahm die Wut auf den kolonialistischen Feind und sein Verlangen, ihn zur Rechenschaft zu ziehen, zum Antrieb, sich permanent weiterzuentwickeln. So machte er im militärischen Bereich große Schritte. Er erfüllte jede seine Aufgabe mit großer Sorgfalt. Bis zum Tag, an dem er fiel, hat er seine treue Haltung, seine Wut auf den Feind, seine Entschlossenheit zum Sieg und seine Verbundenheit gegenüber den Gefallenen nie aufgegeben.”