Autobombe detoniert in Şengal

Bei einem Autobombenanschlag auf die ezidischen Sicherheitskräfte in Şengal sind vier Menschen verletzt worden, darunter zwei Zivilpersonen.

Auf der Hauptstraße von Şengal ist gegen 20.30 Uhr Ortszeit ein Autobombenanschlag auf die autonomen Sicherheitskräfte (Asayîşa Êzdîxanê) verübt worden. Nach Angaben aus der Region wurde das mit Sprengstoff beladene Fahrzeug heute auf der Fahrt durch Şengal beobachtet. Da die irakischen Sicherheitskräfte nicht intervenierte, wurde das Auto von den Asayîşa Êzdîxanê verfolgt. Als diese sich dem Auto näherten, detonierte die Bombe. Bei der Explosion wurden zwei Mitglieder der ezidischen Sicherheitskräfte und zwei Zivilpersonen verletzt. Zwei der Verletzten wurden ins Krankenhaus in Mosul gebracht, die anderen beiden werden in Şengal stationär behandelt.

Terror gegen Genozid-Überlebende

Unter dem Vorwand der „Bekämpfung der PKK“ kommt es seit 2017 vermehrt zu Angriffen durch türkische Kampfflugzeuge und Drohnen auf Şengal. Konkrete Ziele sind hierbei zumeist Einrichtungen, die unter dem Eindruck des IS-Genozids gegründet wurden – wie etwa der Demokratische Autonomierat Şengals (MXDŞ) oder die Selbstverteidigungseinheiten YBŞ/YJŞ – und ihre Repräsentant:innen. Bei den Todesopfern handelt es sich hauptsächlich um Menschen aus der Zivilbevölkerung – oftmals sind es Überlebende des Völkermords von 2014.

Zuletzt ist am 6. Oktober ein Vertriebenenlager auf der Hochebene Serdeşt im Şengal-Gebirge bombardiert worden. Getroffen wurde nur das Umland des Lagers für ezidische Vertriebene, es kam jedoch zu Sachschäden für die Zivilbevölkerung. Das Camp war in der Vergangenheit bereits zum Ziel von Killerdrohnen aus Ankara geworden.

Im September war es mehrfach zu gezielten Luftangriffen der Türkei gegen die YBŞ und ihre autonome Frauenorganisierung YJŞ gekommen, die unter anderem zur Verwüstung einer Wohnsiedlung im Dorf Til Ezer geführt hatten. Ende August waren zwei Kämpfer der Widerstandseinheiten bei einem Drohnenschlag des türkischen NATO-Staates in Şengal verletzt worden.