Gedenken an Egîdê Cimo in Armenien

Zu seinem ersten Todestag ist in Armeniens Hauptstadt Jerewan dem „Prinzen der Hirtenflöte” Egîdê Cimo gedacht worden. Der Meister der Bilûr spielte eine große Rolle beim Erhalt der kurdischen Musik.

In Armeniens Hauptstadt Jerewan hat eine Gedenkveranstaltung für den kurdischen Musiker Egîdê Cimo stattgefunden. Politiker*innen, Intellektuelle und Künstler*innen wie der Parlamentarier Kinyas Hasanov, der zugleich Ko-Vorsitzender der Kurdischen Union in Armenien ist, Kunstschaffende wie Tîtal Mahmudyan, Celo Mahmudyan, Fêris Mirzoyan, Eşo Nadoyan und Fêrîk Hamoyan sowie weitere Persönlichkeiten der kurdischen Community kamen anlässlich des ersten Todestages des „Prinzen der Hirtenflöte” (Mîrê bilûrê) in den Räumlichkeiten des Kurdistan-Komitee Kaneker zusammen, um von ihren persönlichen Erlebnissen mit Egîdê Cimo zu berichten und an ihren Meister zu erinnern.

Egîdê Cimo wurde 1932 im Dorf Erdeşîr in der westarmenischen Provinz Armawir geboren. Am 31. Januar 2019 starb er im Alter von 87 Jahren in einem Krankenhaus in Jerewan. Seine ezidische Familie, die 1918 nach Armenien emigrierte, stammte ursprünglich aus Wan (Van) in Nordkurdistan.

Im Alter von acht Jahren lernte Egîdê Cimo traditionelle Holzblasinstrumente wie die Bilûr, Zirne und Duduk zu spielen. Ab 1955 begann er bei Radio Jerewan zu arbeiten. Im Gegensatz zur damaligen (wie auch heutigen) Türkei, wo Kurdinnen und Kurden mit einer kulturellen Assimilationspolitik konfrontiert wurden, war die politische Situation eine andere. Dank kulturellen Freiheiten konnten die Kurden in der armenischen Diaspora ihre Musik intensiv pflegen. Zwischen 1935 und 1937 produzierte Radio Jerewan wöchentlich 15 Minuten auf kurdisch, ebenfalls wieder nach 1954, ab 1961 wurde die kurdische Sendezeit auf täglich anderthalb Stunden erweitert. Das Sendegebiet reichte dabei weit über Armenien hinaus, sodass die kurdischen Sendungen auch in allen Teilen Kurdistans empfangen werden konnten.

Egîdê Cimo arbeitete mehr als drei Jahrzehnte bei Radio Jerewan. Dort galt er als Katalysator für die Bewahrung und Wiederbelebung der kurdischen Musik, entdeckte viele Talente, die ebenfalls bei dem Sender arbeiteten, und bildete zahlreiche Musiker*innen aus.