Konferenz zum Demokratischen Konföderalismus in Rom

Demokratischer Konföderalismus, Kommunalismus und globale Demokratie – Vision und Strategien aus Kurdistan, so lautet der Titel der internationalen Konferenz, die am Wochenende in Rom stattfand.

Vom 4. bis zum 6. Oktober fand in Rom eine internationale Konferenz zum Aufbau einer Alternative zur kapitalistischen Moderne statt. Die Konferenz wurde von Solidaritätsgruppen aus Italien, dem Kurdistan Informationsbüro und dem Solidaritätsnetzwerk Kurdistan organisiert. An der Konferenz nahmen Vertreter*innen verschiedenster revolutionärer Organisationen weltweit Teil. Auch der Ko-Vorsitzende der Selbstverwaltung der Region Cizîrê in Rojava, Enver Muslim, nahm als Referent teil. Die Eröffnungsrede hielt der HDP-Ko-Vorsitzende Sezai Temelli.

Auf den Podien saßen Vertreter*innen verschiedenster politischer Bewegungen, wie der FARC aus Kolumbien, der Landlosenbewegung in Brasilien MST, Aktivistinnen aus den Philippinen, dem Baskenland und vielen anderen Orten, aber auch Wissenschaftler*innen von Universitäten und dem Institut für soziale Ökologie sowie Politiker*innen. So sprach beispielsweise Ahmed Yusuf vom Ökonomie- und Ökologiekomitee von Nord- und Ostsyrien über ihre Praxis in der Region. Einer der Schwerpunkte waren Umweltfragen. Immer wieder wurden in diesem Zusammenhang auch die Lösungsvorschläge des politischen Denkers und Friedenspolitikers Abdullah Öcalan diskutiert.

Rojava auf Kommunen aufgebaut

Der Ko-Vorsitzende der Selbstverwaltung des Kanton Cizîrê, Enver Muslim, stellte auf der Konferenz das Modell der Demokratischen Autonomie vor. Muslim berichtete, dass es im Kanton Kobanê 548 Basisräte – genannt Kommunen – gibt. In der gesamten Euphrat Region gibt es 890 Kommunen und Dutzende Räte in welche Vertreter*innen der Kommunen eingebunden sind. Alle Bereiche, also Gesundheit, Bildung, Verteidigung, Ökonomie und weitere Sektoren basieren auf der Kommune. Trotz des teilweise zähen Fortschreitens des Projekts und seiner Probleme haben die Kommunen breiten gesellschaftlichen Rückhalt und die Begeisterung für das strategisch angelegte Projekt ist ungebrochen.

QSD-Kommandantin Rojda Felat: „Frauenbefreiung als Schlüsselfrage sozialer Revolutionen“

Auch die Kommandantin der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD), Rojda Felat, hielt am Sonntag einen Beitrag auf der Konferenz. In ihrem Beitrag mit dem Titel: „Frauenbefreiung als Schlüsselfrage sozialer Revolutionen“ ging sie vor allem auf die Rolle der Kämpferinnen bei der Revolution von Rojava und ihrer Verteidigung ein. Felat hob die Bedeutung des Siegs von Kobanê hervor, bei dem Kämpferinnen wie Arîn Mîrkan entscheidende Schlüsselfiguren darstellten. Der Widerstand von Kobanê hatte weltweite Auswirkungen und führte zur Internationalisierung des Kampfes. Die Frauenverteidigungseinheiten YPJ sind auf diese Weise ebenfalls stärker geworden. Felat wies auf den Mut und die Opferbereitschaft der kurdischen Frauen hin und unterstrich die Bedeutung der Repräsentation des Willens der Frauen. Eine stärkere Solidarität mit den YPJ sei weltweit nötig. Felat warnte vor einem neuen Aufstieg des Islamischen Staat (IS) und erklärte: „Unsere Freundinnen und Freunde verteidigen die Menschheit auf allen Ebenen.“ Sie nahm auch Bezug auf die Internationalistinnen und erklärte, ihre Forderung sei ein kollektives und freies Leben.

Die QSD-Kommandantin kam mit der Aufforderung zum Ende, dass sich Frauen die Hand reichen und so ein Leben in Freiheit und Würde führen könnten und schloss mit der Parole „Frauen, Leben Freiheit – Jin, Jiyan Azadî“.