Die kurdische Republik Mahabad: Der Traum wird wahr

Vor 72 Jahren wurden die Gründer der kurdischen Republik Mahabad im Iran erhängt. Die KCK erinnert an Qazî Muhammed und seine Mitstreiter: „Ihr Traum von einem freien Kurdistan wird wahr werden.“

Die Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans (Koma Civakên Kurdistanê, KCK) erinnert in einer Erklärung an die Gründer der kurdischen Republik Mahabad, die 1946 in Ostkurdistan ausgerufen wurde und nur elf Monate Bestand hatte: „Wir gedenken mit Dankbarkeit und Respekt Qazî Muhammed und seinen Mitstreitern, die vor 72 Jahren auf dem Çarçira-Platz in Mahabad hingerichtet wurden. Ihr Traum von einem freien Kurdistan wird wahr werden.“

Qazî Muhammed war Präsident der Republik. Zusammen mit seinem Bruder Sadrî und seinem Cousin Seyfî Qazî wurde er am 31. März 1947 erhängt. Die KCK betont, dass die Erfahrungen aus Mahabad in alle späteren Kämpfe eingeflossen sind.

„Die unter der Führung von Qazî Muhammed gegründete kurdische Republik Mahabad nimmt einen wichtigen Platz im nationalen Befreiungskampf des kurdischen Volkes ein. Sie hat sich auf das nationale Bewusstsein des kurdischen Volkes ausgewirkt und die aus ihr hervorgegangenen Lektionen sind in die späteren Kämpfe eingeflossen“, heißt es in der KCK-Erklärung.

Wie andere kurdische Aufstände ist die Republik Mahabad der politischen Ordnung des Mittleren Ostens zum Opfer gefallen, erklärt die KCK und verweist auf die tragende Rolle Englands an der Seite des iranischen Staates beim Sturz der ersten und einzigen kurdischen Republik.

„Kein Kampf findet umsonst statt und auch die Bemühungen von Qazî Muhammed und seinen Freunden für die Freiheit des kurdischen Volkes waren nicht umsonst“, so die KCK-Erklärung. „Durch den Kampf der PKK unter Führung von Abdullah Öcalan spielen die Kurden heute eine ausschlaggebende Rolle für die politischen Entwicklungen im Mittleren Osten. Durch die Organisierung in allen Teilen Kurdistans und überall in der Welt ist eine Kampfkraft entstanden, die den Traum von Qazî Muhammed und seinen Mitstreitern erfüllen kann. Dass der Befreiungskampf in allen vier Teilen Kurdistans stattfindet, garantiert seine Kontinuität.

Qazî Muhammed und seine Freunde wollten ein freies Kurdistan innerhalb der Grenzen des Iran. Da im Iran kein demokratisches Denken herrschte, wurden gegen diese demokratische politische Lösung, die den Iran hätte stärken können, Gewalt und die Todesstrafe eingesetzt. Heute ist viel deutlicher erkennbar, dass die Sehnsucht der Kurden nach Freiheit nicht mit Gewalt unterdrückt werden kann. Für einen demokratischen Iran und ein freies Kurdistan wäre es der beste Weg, das Projekt der Republik Mahabad auf demokratischer Grundlage neu aufzulegen. Für den Iran ist es der Weg zu Einheit und Stärkung, für die Kurden der Weg zur Freiheit.

Wir rufen daher 72 Jahre nach der Hinrichtung von Qazî Muhammed und seinen Freunden den Iran dazu auf, die kurdische Frage mit demokratischen Schritten zu lösen. Die Kurden rufen wir dazu auf, sich mit den Völkern des Iran auf die inländischen demokratischen Kräfte zu stützen und auf der Grundlage einer Demokratisierung des Iran ein freies Kurdistan zu schaffen.“