Workshop kurdischer Frauenplattform in Holland

In Baarlo in Holland hat ein zweitägiger Workshop der Kurdischen Frauenplattform Europa stattgefunden.

120 Delegierte der Kurdischen Frauenplattform Europa haben zwei Tage lang im holländischen Baarlo über die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Kurdistan und die Lage von in Europa lebenden Frauen diskutiert.

In einer anschließend veröffentlichten Abschlusserklärung wird angesichts der massiven Angriffe auf die kurdische Gesellschaft auf vielen verschiedenen Ebenen auf die Notwendigkeit einer nationalen Einheit hingewiesen.

„Das eigentliche Ziel des in Kurdistan geführten Kampfes ist die Erschaffung einer freien Frauenidentität. Die kurdische Gesellschaft ist in großer Gefahr. Gleichzeitig bieten sich uns große Gelegenheiten, um zur Freiheit zu gelangen und unsere Probleme zu lösen. In diesem Rahmen finden wir es wichtig, strategische Beziehungen mit Frauenorganisationen weltweit aufzubauen“, heißt es in der Abschlusserklärung, in der zwölf Beschlüsse aufgelistet sind:

  • „Als Teilnehmerinnen des Nationalen Kurdischen Frauenworkshops Europa warnen wir vor einer Wiederholung von Lausanne. In diesem Rahmen verurteilen wir die Haltung der Hegemonialkräfte, die mit dem Besatzerstaat Türkei und dem iranischen Regime ein schmutziges Bündnis geschlossen haben. Wir kündigen hiermit an, mit Aktionen und Organisierung unseren Kampf gegen diese Kräfte zu steigern.
  • Wir verurteilen die Besatzungsangriffe des türkischen Staates in Südkurdistan und Efrîn. Wir rufen das kurdische Volk und vor allem die kurdischen Frauen dazu auf, in allen Bereichen eine praktische Haltung zu zeigen, um die Besatzung zu beenden und die Besatzer aus Kurdistan zu vertreiben.
  • Wir verurteilen das iranische Regime, dass die legitime Selbstverteidigung unseres Volkes mit Hinrichtungen beantwortet. Wir deklarieren hiermit, dass wir uns mit den politischen Gefangenen in den iranischen Gefängnissen solidarisieren. Wir fordern die Aufhebung der Todesstrafe gegen Ramîn Hisên Penahî und die Freilassung von Zeynep Celaliyan und allen anderen politischen Gefangenen.
  • Wir verurteilen den fortgesetzten politischen Vernichtungsfeldzug in der Türkei. Alle politischen Gefangenen, insbesondere Abdullah Öcalan, müssen freigelassen werden.
  • Wir schlagen vor, die dritte Nationale Kurdische Frauenkonferenz in Kurdistan stattfinden zu lassen.
  • Den kurdischen Frauen, die vor dem Krieg und der Besatzung Kurdistans nach Europa migrieren mussten, muss beigestanden werden.
  • Gegen den in Europa entstehenden Individualismus und die Entfremdung von der eigenen Gesellschaft setzen wir auf gesellschaftliche Organisierung.
  • Die Nationale Kurdische Frauenplattform Europa strebt an, sich zu vergrößern.
  • Auf dem Gebiet der Kunst müssen die Organisierungsbemühungen von Frauen unterstützt werden, um die patriarchale Denkweise zu beenden.
  • Die Anstrengungen für eine Weiterentwicklung der kurdischen Sprache und Kultur müssen vergrößert werden, um zu verhindern, dass die Jugend im Ausland aufgerieben wird.
  • Alle Teilnehmerinnen sind dafür verantwortlich, die Inhalte und Beschlüsse des Workshops der kurdischen Gesellschaft und den kurdischen Frauen zu vermitteln.
  • Wir deklarieren, dass wir bei den Wahlen in der Türkei die HDP und insbesondere die HDPKandidatinnen unterstützen.“