Studierende rufen zu Einkaufsboykott auf

Universitätsclubs und Jugendorganisationen in der Türkei rufen zu einem Einkaufsboykott am Mittwoch auf, um gegen die Verhaftung von Studierenden nach der Festnahme Imamoğlus zu protestieren. Dessen Partei CHP unterstützt die Aktion.

Protest gegen Verhaftung von 300 Studierenden

Zahlreiche Universitätsclubs, Studierendengruppen und Jugendorganisationen in der Türkei haben zu einem Einkaufsboykott am Mittwoch aufgerufen, um gegen die Verhaftung von Student:innen nach der Inhaftierung des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem Imamoğlu zu protestieren. „Wir nutzen unsere Wirtschaftskraft, legen nach dem Zuckerfest eine eintägige Konsumpause ein und empfehlen, am 2. April nichts zu kaufen“, hieß es in einer Erklärung, die von Dutzenden Gruppen am Dienstag im Onlinedienst X verbreitet wurde.

Imamoğlus Partei CHP unterstützt den Boykottaufruf. „Hören Sie auf, einzukaufen! Supermärkte, Onlineshopping, Restaurants, Tankstellen, Cafés, Rechnungen - kaufen Sie nichts“, schrieb der CHP-Vorsitzende Özgür Özel auf X. „Ich fordere alle auf, ihre Macht als Verbraucher zu nutzen und sich an diesem Boykott zu beteiligen.“ Er erklärte, dass über 300 Studierende im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Festnahme Imamoğlus inhaftiert wurden. Zuvor hatte er bereits dazu aufgerufen, Dutzende türkische Unternehmen und Gruppen zu boykottieren, die der Regierung nahestehen sollen.

Ekrem Imamoğlu, der als wichtigster Rivale von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan gilt, war am 19. März festgenommen worden. Später ordnete ein Gericht Untersuchungshaft wegen Korruptionsvorwürfen an, inzwischen wurde er als Bürgermeister abgesetzt. Die Opposition wirft Erdoğan vor, mit dem Politiker einen politischen Gegner aus dem Weg räumen zu wollen. Indes löste das Vorgehen gegen Imamoğlu die größte Protestwelle in der Türkei seit 2013 aus, am Samstag gingen in Istanbul Hunderttausende Menschen gegen die Regierung auf die Straße.

Foto: Akademischer Boykott in Eskişehir © MA