Schweiz: Kurd:innen feiern den 15. August

Am 15. August jährt sich der Beginn des bewaffneten Kampfes der PKK zum 39. Mal. In der Schweiz wurden bereits Feierlichkeiten anlässlich dieses historischen Jahrestages abgehalten.

Der kurdische Dachverband CDK-S sowie die kurdische Frauenbewegung in der Schweiz haben am Wochenende in vielen Städten Feierlichkeiten zum Gedenken an den 15. August organisiert. An diesem Tag im Jahr 1984 durchbrach die PKK die Stille der Militärdiktatur in der Türkei und Nordkurdistan und leitete eine Wiederbelebung der kurdischen Identität und des Freiheitskampfes ein. Der 39. Jahrestag dieses bedeutsamen Ereignisses wurde am Wochenende in vielen Schweizer Städten begangen, darunter Genf, Schaffhausen, Bellinzona, Lausanne, Basel, Bern, Winterthur, St. Gallen und Chur.

Lausanne


In Lausanne versammelten sich Aktivist:innen zu einer Feier unter Plakaten des legendären Kommandanten des 15. August, Şehîd Mahsum Korkmaz (Egîd), Fahnen der PKK und Bildern von Abdullah Öcalan. Jung und alt lauschten Reden, tanzten und feierten ausgelassen zu Widerstandsliedern. Zübeyir Aydar vom Exekutivrat der KCK (Gemeinschaft der Gesellschaften Kurdistans) nahm ebenfalls an der Feier teil und gratulierte Abdullah Öcalan, den Gefangenen Revolutionär:innen, den Guerillakämpfer:innen und allen Kurd:innen zu diesem Festtag. Aydar erklärte: „Der Aufbruch vor 39 Jahren legte den Grundstein dafür, dass das kurdische Volk auf der ganzen Welt seine Existenz bewiesen hat. Die Geschichte, die Menschen wie Egîd und der Widerstandslinie von Rêber Apo vor 39 Jahren begonnen haben zu schreiben, hat heute Millionen von Menschen erfasst und die ganze Welt dazu gebracht, die Existenz der Kurd:innen anzuerkennen.“

Zug


Im Kanton Zug fand eine Feier im Kurdischen Demokratischen Gesellschaftszentrum statt, bei der unter anderem der kurdische Exilpolitiker Musa Farısoğulları anwesend war. In seiner Ansprache beschrieb er die historische Bedeutung des 15. August für den aktuellen Stand des Freiheitskampfes in Kurdistan.

Biel


In Biel im Kanton Bern fand eine Feier in der Natur statt, organisiert von den Volksräten von Bern, Biel und Fribourg. Ahmet Kaya sprach im Namen der Volksräte und betonte: „Trotz schwerster Folter, Exil und Massakern, die das kurdische Volk in den letzten 80 Jahren erlitten hat, lebte an diesem Tag die Hoffnung des Volkes wieder auf. Wir begrüßen diesen Tag. Alle unterdrückten Völker, insbesondere das kurdische Volk, haben erkannt, dass wahre Befreiung nur durch Widerstand erreicht werden kann. Ich gedenke ehrfürchtig dem großen Kommandanten und den Gefallenen Egîd und seinen Genoss:innen. Menschen wie Kemal, Haki und Egîd, die den von Rêber Apo initiierten Widerstand fortgeführt haben, stehen in unserer Schuld. Wir versprechen, unsere Arbeit fortzusetzen und unseren Kampf weiter auszubauen.“ Kaya erinnerte an den Widerstand von Abdullah Öcalan auf der Gefängnisinsel Imrali und rief zum gemeinsamen Kampf für Öcalans Freiheit auf. Die Veranstaltung endete mit Kreistänzen und Parolen.

Zürich


In Zürich versammelten sich die Menschen in der Gemeinde Schlieren in einem Erholungsgebiet. Nach einer Schweigeminute sprachen die Ko-Vorsitzende des Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrums, Ayşe Dicle, und der Vertreter des Vorstands des CDK-S in der Schweiz, Emrullah Bingül. Bingül wies auf die Bedeutung der „ersten Kugel“ hin, die abgefeuert wurde, und sagte: „Unabhängig von unserer Stärke im Nahen Osten müssen wir uns organisieren. Eine Organisation zu haben bedeutet Arbeit, Kampf und Disziplin. Wir werden unsere Partei und unsere Guerilla umarmen und verteidigen. Indem wir Rêber Apo verteidigen, werden wir siegen.“