Arbeitsmigranten in Golfstaaten besonders von Pandemie betroffen

Arbeitsmigrant*innen in den Golfstaaten leiden unter schlechter Bezahlung, Entrechtung und dem Leben in Massenunterkünften. Sie sind besonders den Gefahren der Covid-19-Pandemie ausgesetzt.

Unter den besonders hart von der Covid-19-Pandemie betroffenen Menschen befinden sich Arbeitsmigrant*innen aus Asien, die in den Golfstaaten unter anderem auf Großbaustellen, aber auch in Haushalten arbeiten. Sie kommen aus Nepal, Pakistan, Bangladesch, Indien und den Philippinen und versuchen, ihre notleidenden Familien durch Arbeit in den Golfstaaten zu ernähren. Häufig werden sie ihrer Freiheit vollständig beraubt und arbeiten zu Hungerlöhnen. NGOs bezeichneten diese Arbeiten wiederholt auch als „moderne Sklaverei“. Nicht zuletzt die Vorbereitung der Fußball-WM in Qatar findet auf Kosten solcher Zwangsarbeiter statt. In dem superreichen Golfstaat sind 95 Prozent dieser Erwerbstätigen Arbeitsmigrant*innen. In Qatar wurde Mitte März das größtes Camp für Arbeitsmigrant*innen von der Regierung des Golfstaates abgeriegelt. Über 100 Fälle von COVID-19 führten zu einer regelrechten Inhaftierung von Tausenden von Arbeitskräften. Gewerkschafter*innen gehen davon aus, dass sich viele Covid-19-Erkrankte unter den internierten Arbeitskräften befinden. Ausreichende Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie gibt es nicht.

Die meisten Fälle unter den Arbeiter*innen

Wie in Qatar, so sind auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Kuweit die meisten der Fälle von Covid-19 unter den Arbeitsmigrant*innen zu finden. Bisher sind in den Golfstaaten 160 Menschen an Covid-19 gestorben und 26.000 Infektionen erfasst worden.

Die Leichen werden nicht in die Heimatländer überführt

Viele der Beschäftigten arbeiten seit über zehn Jahren in den Golfstaaten. Sie können aufgrund der Flugverbote nicht zu ihren Familien reisen. Das betrifft insbesondere auch verstorbene Arbeitsmigrant*innen, die nicht mehr in ihre Heimatländer überführt werden. Aus Saudi-Arabien kommen Meldungen, dass Arbeitsmigrant*innen aufgrund ausbleibender Hilfe in der Quarantäne verstorben seien.