Auffanglager für Flüchtlinge aus Girê Spî errichtet

Bei Raqqa wird ein weiteres Auffanglager für Binnenflüchtlinge aus Girê Spî eingerichtet. Das Camp soll 200 Familien beherbergen.

In Nordostsyrien befinden sich derzeit etwa 300.000 Binnenflüchtlinge, die vor der türkischen Invasion geflohen sind. Die Selbstverwaltung tut alles in ihrer Macht stehende, um die Schutzsuchenden zu versorgen. Aber insbesondere aufgrund der ausbleibenden internationalen Hilfe droht der Winter zu einer humanitären Katastrophe zu werden.

Nun errichtet der Kantonsrat von Girê Spî (Tall Abyad) in Zusammenarbeit mit dem Zivilrat von Raqqa ein Flüchtlingslager für etwa 200 Familien in der Nähe der syrischen Großstadt. Das Auffanglager hat seine Tore für die ersten Vertriebenen bereits am 22. November geöffnet. In der ersten Phase wurden 100 Zelte in dem Lager errichtet. Die Selbstverwaltung versucht, den Bedarf an Decken, Nahrungsmitteln, Kinderkleidung, Heizgeräten, Trinkwasser und Infrastruktur zu decken. Auch hier hat es bisher keinerlei internationale Hilfe gegeben.


Fedye Şerif, die Ko-Vorsitzende des Camps für Flüchtlinge aus Girê Spî berichtet, dass im Moment 35 Familien im Camp leben, in den nächsten Tagen aber 200 weitere erwartet werden. Sie appellierte an die internationalen Hilfsorganisationen und berichtet: „Die Mehrheit der Flüchtlingsfamilien lebt unter sehr schlechten Bedingungen in Schulgebäuden oder in Häusern von Verwandten.“

60.000 Menschen aus Girê Spî geflohen

Nach Zahlenangaben des Kantonsrats von Girê Spî beträgt die Zahl der Binnenflüchtlinge aus dieser Region 60.000. Diese Menschen hätten sich auf Raqqa, Tabqa, Sirrin, Minbic und Kobanê verteilt. In der Umgebung von Raqqa befinden sich etwa 30.000 Flüchtlinge aus Girê Spî.