Beobachtungsstelle der QSD veröffentlicht Bericht

Die militärische Beobachtungsstelle der QSD hat einen Bericht über die türkischen Völkerrechtsverletzungen und den Antiterrorkampf im vergangenen Monat in Nordostsyrien veröffentlicht.

Das militärische Observationsbüro der Demokratischen Kräfte Syriens (QSD) hat einen Bericht über die im Juni festgestellten Völkerrechtsverletzungen durch den türkischen Staat in Nord- und Ostsyrien veröffentlicht. In dem Bericht wird darauf hingewiesen, dass der türkische Staat Wasser als Kriegswaffe benutzt und den Lebensraum von Millionen Menschen in den selbstverwalteten Regionen und im Grenzgebiet einengt.

„Das türkisch kontrollierte Wasserwerk Elok, über das Hesekê und die umliegenden Dörfer versorgt werden, ist dauerhaft gesperrt und der Euphrat wird in der Türkei gestaut“, heißt es in dem Bericht. Die internationale Öffentlichkeit schweige weiter zu den Rechtsverletzungen der türkischen Besatzungsmacht in Nordsyrien und ignoriere die Forderung der betroffenen Bevölkerung, Druck auf die Türkei auszuüben, damit die Kriegsverbrechen aufhören.

Verletzung des Waffenstillstandsabkommens, Tote in Efrîn

In dem Bericht des Observationsbüros der QSD finden sich auch Informationen über die Verletzungen der Deeskalationslinie und die Situation im besetzten Efrîn: „Die türkische Besatzung und ihre Söldner setzten den Beschuss entlang der ,Deeskalationslinie' in den Gebieten von Girê Spî (Tall Abyad), Ain Issa, Til Temir, Dêrik, Kobanê, Amûdê und Minbic fort. Das Beobachtungsbüro hat 565 Verletzungen registriert, darunter mehr als 20 Infiltrationsversuche durch die Besatzung und ihre Söldner. In den ländlichen Gebieten um Efrîn und im Norden von Aleppo sind 393 Granaten eingeschlagen. In Efrîn sind 65 Menschen bei Explosionen und Anschlägen ums Leben gekommen. Außerdem wurden im vergangenen Monat 63 Entführungen registriert, wodurch sich die Gesamtzahl der gewaltsam verschleppten Menschen seit Beginn der türkischen Invasion im Januar 2018 auf mehr als 7.551 erhöhte.“

Verbrechen in besetzten Gebieten

Zur Lage in den besetzten Gebieten in Nordostsyrien stellt das Observationsbüro fest, dass islamistische Gruppierungen wie die Al-Nusra-Front und andere weiterhin Bombenanschläge und Morde verüben. Im Juni waren diese Gruppen für 13 Anschläge und bewaffnete Auseinandersetzungen verantwortlich, die zu 21 Toten und Verletzten geführt haben.

23 Tote bei IS-Anschlägen

Zum Antiterrorkampf heißt es in dem Bericht: „Die Sicherheitsoperationen gegen terroristische Zellen im Nordosten Syriens gehen weiter. Unsere Kräfte haben 57 gesuchte Terroristen festgenommen, die für Attentate, Waffenschmuggel, Informationsweitergabe, Propagandaaktivitäten, Planung von Operationen gegen Zivilisten, Militär und Sicherheitskräfte und die Unterstützung von Zellen verantwortlich sind.“

Die Beobachtungsstelle der QSD verzeichnet elf Angriffe durch Bombenanschläge, Attentate, Entführungen und Tötungen, hauptsächlich in Deir Ez-Zor, bei denen 23 Zivilisten sowie Sicherheits- und Militärkräfte getötet und verletzt wurden.

Acht Morde in Camp Hol

Zur Lage im Auffang- und Internierungslager Hol bei Hesekê stellt der Bericht fest: „IS-Zellen setzen ihre Aktivität im Camp Hol fort. In dem Lager sind acht Menschen aus Syrien, Irak und Russland ermordet worden, die sich dem IS widersetzt haben, darunter eine Frau. Weiterhin finden auch organisierte Fluchtversuche statt, im Juni wurden 42 Frauen und Männer sowie 43 Kinder dabei gefasst.“

55 Minderjährige nach Hause geschickt

Zuletzt wird in dem Bericht festgehalten, dass die QSD 55 Minderjährige aus ihren bewaffneten Verbänden geholt und in die Obhut ihrer Familie gegeben haben.