Wütende Straßenproteste von Studierenden in Südkurdistan

Seit vier Tagen protestieren Studierende in Südkurdistan gegen ihre Lern- und Lebensbedingungen. In Silêmanî zogen Tausende Menschen vor das Gouverneursamt, in Hewlêr blockierten Studierende eine Straße.

Studierende der Universitäten Südkurdistans protestieren seit vier Tagen gegen ihre Lern- und Lebensbedingungen. Seit 2014 werden keine Beihilfen für Studierende mehr ausgezahlt, zudem kritisieren die Demonstrant:innen den Zustand von Wohnheimen und Universitäten, der ihre Lernfreiheit einschränke.

Bereits in den vergangenen Tagen sind die Sicherheitskräfte massiv gegen die Proteste vorgegangen, es kam in mehreren Städten zu Festnahmen und Verletzten durch den Einsatz von Tränengas und Wasserwerfern. Auch heute wurde der Protest fortgesetzt. In Silêmanî zogen Tausende Demonstrant:innen vor den Sitz den Gouverneurs.

In Hewlêr (Erbil) blockierten Studierende die Straße nach Kerkûk. Die Sicherheitskräfte rückten mit einem Großaufgebot und Panzerwagen an und hinderten Journalist:innen daran, das Geschehen zu verfolgen.

Unterdessen hat der Ministerrat der Regionalregierung Kurdistans am Mittwoch die Bereitstellung eines Budgets zur Unterstützung von Studierenden beschlossen. Wie der Vorsitzende des parlamentarischen Bildungsausschusses, Abdulsalam Dolamari, in einem Beitrag auf Facebook erklärte, soll der Fonds dazu dienen, Probleme mit Wohnheimen zu lösen, Dienstleistungen zu erbringen und die Studierenden zu unterstützen.