Freiheitsmarsch: „Die Lösung der kurdischen Frage ist auf Imrali“

Der Freiheitsmarsch für Abdullah Öcalan und eine Lösung der kurdischen Frage wird in Nordkurdistan am achten Tag in Folge fortgesetzt.

In Nordkurdistan finden zwischen dem 1. und 15. Februar Aktionswochen für die Freiheit von Abdullah Öcalan und eine politische Lösung der kurdischen Frage statt. Die Aktivitäten laufen unter dem Titel „Großer Freiheitsmarsch“ und werden von den Parteien DEM und DBP sowie von Vertreter:innen der kurdischen Zivilgesellschaft organisiert. Für die Aktionstage wurden zwei feste Teams aus insgesamt 75 Politiker:innen und Aktivist:innen gebildet, die ihren Freiheitsmarsch in Qers und Wan gestartet haben. Den Gruppen schließen sich an den jeweiligen Orten Menschen aus der Bevölkerung an. Die Gruppe aus Wan ist heute aus der Provinz Şirnex weitergekommen nach Nisêbîn in der Provinz Mêrdîn.


Vor der DEM-Zentrale in der Kreisstadt Cizîr wurde die Gruppe am Donnerstagmorgen mit Beifall und den Rufen „Bijî berxwedana zindanan” und „Biji berxwedana Imraliyê” (Es lebe der Widerstand in den Gefängissen bzw. auf der Gefängnisinsel Imrali) nach Hezex (tr. Idil)verabschiedet. Dort wurden die Politiker:innen und Aktivist:innen von Frauen aus der Initiative der Friedensmütter begrüßt und machten einen Rundgang durch die Stadt. Vor dem Gebäude des Kreisverbands der DEM-Partei sagte der Aktivist Cemil Taşkesen: „Wir wollen verhindern, dass der Hungerstreik in den Gefängnissen in ein Todesfasten umgewandelt wird. Isolation ist ein Verbrechen an der Menschheit und entspricht weder den Menschenrechten und den staatlichen Regelungen noch dem Islam. Kein Soldat, kein Polizist, keine Gefangenen und keine Kämpferinnen und Kämpfer der Guerilla sollen mehr sterben. Die Lösung der kurdischen Frage befindet sich auf Imrali.“

Türkan Kayir, die für die DEM bei den Kommunalwahlen am 31. März als Ko-Bürgermeisterin in Hezex kandidiert, begrüßte die Gruppe auf Aramäisch. Der weitere Kandidat für das Bürgermeisterduo, Doğan Adıbelli, verwies in einer Rede auf den südafrikanischen Politiker Nelson Mandela, der jahrzehntelang als Terrorist diffamiert und nach 27-jähriger Gefangenschaft mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Nach den Reden wurden gesungen und getanzt.


Im Anschluss traf die Gruppe in Nisêbîn ein, wo sie von einer großen Menschenmenge mit Trillern und Parolen empfangen wurde.